Stand: 26.08.2015 17:00 Uhr

Kubicki warnt CDU vor falschem Spitzenkandidaten

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki hat die CDU davor gewarnt, ihren Parteichef Ingbert Liebing zu früh zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2017 zu nominieren. Bisher ist geplant, dass der erweiterte Landesvorstand der Union bereits im September bei einer Klausurtagung die Weichen für die Spitzenkandidatur stellt. Im Interview mit NDR 1 Welle Nord erinnerte Kubicki die CDU an ihren ehemaligen Parteichef Christian von Boetticher: "Da hatten sie auch schon mal einen Kandidaten frühzeitig nominiert, der dann ein halbes Jahr später nicht mehr Landesvorsitzender war." Von Boetticher stolperte damals über eine Affäre mit einer Minderjährigen – seine Spitzenkandidatur war innerhalb der Union aber auch zuvor bereits nicht unumstritten.

"Liebing landespolitisch nicht in Erscheinung getreten"

Zur Rolle von CDU-Fraktionschef Daniel Günther meinte Kubicki: "Je stärker der Oppositionsführer wird, desto schwerer wird es zu erklären sein, warum nicht er Spitzenkandidat ist, sondern der Landesvorsitzende." CDU-Chef Ingbert Liebing sei dagegen bislang landespolitisch nicht in Erscheinung getreten. Kubicki spricht von einem Problem der CDU. "Ich bin gespannt, wie die Union damit fertig wird", sagte Kubicki.

Opposition ist nicht das Ziel

Seine eigene Partei sieht der Fraktionsvorsitzende inzwischen wieder auf einem guten Weg. "Die Häme ist weg", meinte Kubicki. Wenn es bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland Pfalz und Sachsen-Anhalt ähnliche Ergebnisse gebe wie in diesem Jahr in Hamburg und Bremen, "dann können wir sicher davon ausgehen, dass wir das Etappenziel 'Deutscher Bundestag 2017' auch wieder erreichen". Dort zunächst in der Opposition zu bleiben, sei dabei nicht das Ziel seiner FDP, erklärte Kubicki. "Selbstverständlich muss das Ziel einer jeden politischen Gruppierung sein, etwas bewegen zu wollen - Regierungsverantwortung zu wollen."

2017: Kandidatur in Kiel und Berlin

Kubicki selbst will 2017 sowohl für den Landtag als auch für den Bundestag kandidieren. "Bisher ist die Planung so, dass ich – nachdem wir die Landtagswahl hier erfolgreich bestritten haben – für den Deutschen Bundestag kandidiere. "Und was dann passiert, werden wir sehen", sagte der 63-Jährige.

Sommerinterviews

Spitzenpolitiker im Gespräch mit Stefan Böhnke

Stefan Böhnke trifft Spitzenpolitiker aus Schleswig-Holstein zu ausführlichen Interviews. Er spricht mit ihnen über wichtige politische Themen. Hier können Sie sich alle Gespräche noch einmal ansehen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.08.2015 | 17:00 Uhr