Stand: 16.02.2016 07:52 Uhr

Krümmel mit Dachschaden: Sanierung notwendig

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Trotz Stilllegung muss der Atommeiler Krümmel nun saniert werden.

Experten haben bei Feuchtigkeits-Untersuchungen im Atomkraftwerk Krümmel einen Konstruktionsfehler entdeckt. Bei den Kontrollen stellten sie fest, dass ein Dach nicht korrekt aufgebaut wurde. In ein paar Jahren sollte der stillgelegte Atommeiler bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) eigentlich abgerissen werden. Jetzt muss Betreiber Vattenfall dort noch einmal sanieren. Das beschädigte Dach ist ein meldepflichtiges Ereignis. Allerdings besteht laut Vattenfall keine Gefahr für Menschen oder die Natur.

Dach könnte zusammenbrechen

Es geht um ein Dach, unter dem auch mit radiaoktivem Material gearbeitet wird - die sogenannte heiße Werkstatt. Laut Atomaufsicht in Kiel ist dieses Dach nach starkem Regen jetzt komplett feucht. Es leckt - und es könnte möglicherweise bei neuem Regen zusammenbrechen. Offenbar hatten Arbeiter vor rund 40 Jahren, als die Konstruktion gebaut wurde, nicht alle Vorschriften beachtet. Vattenfall will das Dach nach eigenen Angaben nun zunächst kurzfristig sichern. Danach soll es bis zum Ende des Jahres saniert werden.

Beton und Kies auf dem Dach zu schwer

Laut Energieministerium waren auf dem Dach zusätzlicher Beton aufgebracht und Kies aufgeschüttet worden. Über das so hergestellte Gefälle sollte Wasser bei Regen und Schnee ablaufen können. Damit wuchs aber gegenüber der geprüften Statik die Flächenlast auf die Bimsbeton-Dachplatten. Somit könne nach den bautechnischen Regeln die dauerhafte Tragsicherheit einzelner Dachplatten besonders bei viel Schnee nicht nachgewiesen werden.

Stilllegung dauert vermutlich bis zu 20 Jahre

Im AKW Krümmel gab es immer wieder Probleme, so dass der Meiler zeitweise vom Netz genommen werden musste. Seit 2011 ist das Atomkraftwerk endgültig stillgelegt. Der Konzern Vattenfall rechnet damit, dass der Rückbau etwa 15 bis 20 Jahre dauern wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 16.02.2016 | 08:00 Uhr