Stand: 04.10.2017 20:32 Uhr

Kontrollaktion: Polizei überprüft Landwirte

von Benjamin Nolte

Sie sind groß, besonders schwer und breit: die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die während der gerade begonnenen Maisernte über die Straßen von Schleswig-Holstein rollen. Allein schon wegen ihrer ungewöhnlichen Maße ist das Risiko für einen Unfall höher. Dazu kommt der Einsatz auf unwegsamem Gelände, der Trecker, Erntemaschinen und Co einiges abverlangt. In den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland hat die Polizei diese Fahrzeuge deshalb am Mittwoch genauer überprüft.

Polizei kontrolliert Landmaschinen

Keine Beleuchtung und überladen

"Wir wollen keine Hatz gegen Landwirte betreiben", stellt der für Nordfriesland zuständige Einsatzleiter Dirk Renk klar. "Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Bauernverbänden, die diese Kontrollen befürworten." Insgesamt sind am Mittwoch 15 Streifenwagenbesatzungen im Einsatz, um die landwirtschaftlichen Fahrzeuge zu überprüfen. Die Beamten wissen, dass schlecht beleuchtete oder überladene Fahrzeuge ein großes Unfallrisiko darstellen, über das sich viele gar keine Gedanken machen. Dazu kommt, dass die von der Ernte verschmutzten Fahrbahnen bei Nässe spiegelglatt werden können.

Starker Regen stoppt Maisernte

Doch bei ihren Kontrollen können die Polizisten zunächst nur wenige Erntefahrzeuge ausmachen. "Das Wetter spielt uns leider nicht in die Karten", sagt Svenja Jeß, Einsatzleiterin für den Kreis Schleswig-Flensburg. Der Regen der vergangenen Tage hat die Felder aufgeweicht und stellenweise unter Wasser gesetzt. Viele Landwirte müssen deshalb die Ernte verschieben. Doch das ein oder andere landwirtschaftliche Fahrzeug kommt dann doch noch vorbei - wie zum Beispiel ein Traktorgespann.

Gefährlicher Schmutz am Anhänger

Mit geschultem Blick umrunden beide das mit Maishäckselgut beladene Gefährt. Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung. Doch dann entdeckt Polizeihauptkommissarin Jeß Verschmutzungen am Heck des Anhängers, die gefährlich werden können. "Das dort lose liegende Häckselgut fliegt während der Fahrt auf die Fahrbahn und kann bei diesen nassen Verhältnissen schnell für rutschige Fahrbahnen sorgen", so Jeß. Mit einem Handfeger löst der Fahrer des Traktors schnell das Problem. Auch verspricht er, an der Ausfahrt des Maisfeldes, auf dem gerade geerntet wird, Warnschilder aufzustellen.  

Mehr als jedes zweite Fahrzeug wird beanstandet

Bei insgesamt 97 kontrollierten Fahrzeugen in beiden Kreisen gibt es 53 Beanstandungen. Oft geht es um verschmutzte und fehlende Beleuchtung. Ein Anhänger ist jedoch in so miserablem Zustand, dass er sofort stillgelegt wird.  "Führerscheine und Fahrzeugscheine, das sind in vielen Fällen Probleme", so Jeß, "weil sie nicht mitgeführt werden." Sie lässt sich die von den Fahrzeugführern mündlich gemachten Angaben über die Leitstelle bestätigen, so kommen die meisten mit einer Verwarnung davon.

Mit halbem Kennzeichen und defektem Rücklicht unterwegs

Für einige Landwirte wird es richtig teuer: Kurz vor Kontrollende taucht vor Svenja Jeß und ihrem Kollegen Florian Busenthür ein Traktor mit angehängtem Spülanhänger auf. Auffällig ist sofort, dass das hintere Kennzeichen zur Hälfte fehlt. Außerdem ist ein Rücklicht defekt und die Ladung nur unzureichend gesichert. Der Fahrer muss nun mit einem Punkt in Flensburg und einem Bußgeld rechnen.

Weitere Informationen

"Wir haben schon die grausamsten Unfälle erlebt"

An der Westküste Schleswig-Holsteins haben Polizisten landwirtschaftliche Fahrzeuge kontrolliert. Sie fanden unter anderem über Anhänger ragende Steine - und wenig funktionierende Bremslichter. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.10.2017 | 22:00 Uhr

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