Stand: 23.03.2016 15:09 Uhr

Kollmar: Wohl kein fremdenfeindlicher Anschlag

Das Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft am Dienstagnachmittag in Kollmar (Kreis Steinburg) hat offenbar keinen fremdenfeindlichen Hintergrund. Zurzeit gebe es keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Bürger in Kollmar seien Flüchtlingen gegenüber freundlich eingestellt. Die genaue Brandursache ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an.

Kollmar: Rauch steigt aus Flüchtlingsunterkunft

Mann erleidet Rauchvergiftung

Am Dienstag war eine Flüchtlingsunterkunft in Kollmar ausgebrannt. Bis zu 100 Feuerwehrleute aus Kollmar und Umgebung waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Das Mehrfamilienhaus wurde durch den Brand völlig zerstört, es stürzte teilweise ein und ist unbewohnbar. Ein 25 Jahre alter Mann aus Afghanistan erlitt eine Rauchvergiftung und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen 13 Bewohner, unter ihnen auch Kinder, wurden nach Glückstadt (Kreis Steinburg) gebracht. Sie werden dort in der Erstaufnahmeeinrichtung betreut und versorgt.

Erst am Mittwoch konnten die Beamten die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen. Zuvor waren immer wieder Glutnester aufgeflackert. Die Höhe des Schadens sind nach Angaben der Polizei noch unklar.

Bürgermeister zeigt sich erschüttert

Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse (SPD) sprach von einem Drama: "Das ist tragisch für die Familie, die unter nicht glücklichen Umständen aus Afghanistan zu uns gekommen ist und das hier nun wieder erleben muss." Die Flüchtlinge in dem 1.700-Einwohner-Ort sind offenbar gut integriert. Eine Anwohnerin, die selbst in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, sagte: "Die gehören zu uns. Wir haben immer versucht, ihnen dabei zu helfen, dass sie sich hier zuhause fühlen - und nun haben sie das Zuhause wieder verloren."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.03.2016 | 15:00 Uhr

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