Stand: 26.01.2017 20:39 Uhr

Koalition plant neue Bahnlinien und Nordticket

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Die Koalitionsfraktionen wollen die Angebote von Bussen und Bahnen ausbauen und sie besser miteinander vernetzen.

Die Regierungskoalition in Kiel will neue Bahnlinien bauen, so zum Beispiel zwischen Wrist und Kellinghusen. Geesthacht soll an das Bahnnetz angeschlossen werden. "Wir werden neue Haltepunkte schaffen und Schienenengpässe beseitigen", kündigte Flemming Meyer (SSW) für ganz Schleswig-Holstein an. Außerdem planen SPD, SSW und Grüne ein Semesterticket für das ganze Land, einen einheitlichen Nordtarif, papierlose Tickets und WLAN in allen Nahverkehrszügen. Auch die Qualität der Fahrzeuge soll laut Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) verbessert werden. Über einen entsprechenden Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen hat der Landtag am Donnerstag in erster Lesung beraten. Die Koalitionsfraktionen wollen damit die Angebote von Bussen und Bahnen ausbauen und sie besser miteinander vernetzen.

Sondervermögen für Mobilität?

Für den Ausbau der Angebote kann das Land auf so genannte Regionalisierungsmittel vom Bund zurückgreifen. Zusätzliche 470 Millionen Euro bis einschließlich 2030 stehen dem Land zur Verfügung. SPD, Grünen und SSW schlagen vor, ein Sondervermögen anzulegen, um damit Mobilität und Innovation im Schienenverkehr zu fördern.

Callsen: Entscheidungen verschleppt

Das wurde von dem FDP-Fraktionsvizen Christopher Vogt kritisiert. Denn das geplante Sondervermögen sei ein Schattenhaushalt und damit ein fragwürdiges Instrument. Und der CDU-Wirtschaftspolitiker Johannes Callsen kritisierte, dass Meyer die Investitionen im Verkehr aus taktischen Gründen erst jetzt auf den Tisch bringe. "Sie haben aus rein wahltaktischen Gründen wichtige Entscheidungen für den ÖPNV um Monate verschleppt", sagte Callsen im Hinblick auf die Landtagswahl im Mai. Bereits im Sommer hatte Verkehrsminister Meyer die Millionen für den Ausbau des ÖVPs in Aussicht gestellt.

Grüne wollen weniger Dieselloks

Die Piraten kritisierten, man brauche keine klimaneutralen Züge, sondern erst mal Züge, die die Menschen schnell, pünktlich und kostengünstig transportieren. Pirat Uli König rügte, 2016 sei fast jeder zehnte Zug deutlich zu spät gewesen. Andreas Tietze von den Grünen forderte, mehr Bahnstrecken zu elektrifizieren und weniger Dieselzüge einzusetzen. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass auf dem Lande oftmals ein attraktiver Nahverkehr fehle.

Nach Regierungsangaben sind in Schleswig-Holstein werktags rund 150.000 Menschen mit dem Zug unterwegs. 190 Millionen Fahrgäste nutzen jährlich den Bus. Knapp 24 Millionen Zugkilometer werden pro Jahr zurückgelegt und rund 90 Millionen Buskilometer. 1.170 Kilometer Gleise, 180 Bahnhöfe, rund 730 Buslinien und 7500 Haltestellen gibt es im Land.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.01.2017 | 10:00 Uhr

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