Stand: 10.02.2016 15:16 Uhr

Kitesurfen: Mehr Vogelschutz, aber kein Verbot

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Umweltminister Habeck: "Niemand will Kiten verbieten, und niemand will der Natur schaden."

"Wo heute gekitet wird, wird auch in Zukunft gekitet." - Diese klare Ansage hat Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch nach einem Treffen in Kiel mit rund 20 Vertretern von Wassersportschulen, Kite-Industrie und Surfverbänden gemacht. Gut zweieinhalb Stunden saßen sie zusammen. Ein generelles Kitesurf-Verbot scheint vom Tisch zu sein. Hintergrund ist ein Vorstoß der Landesregierung, das Kitesurfen im Nationalpark vom Bund beschränken zu lassen, da es Vögel stören könne. Die Umweltverbände Nabu, BUND und WWF fordern ebenfalls Beschränkungen beziehungsweise weitreichende Verbote.

Begrifflichkeit eines Verbots ad acta gelegt

Jörgen Vogt von der Global Kitesports Association, dem Dachverband der Kiter, sagte nach dem Treffen: "Nach diesem Gespräch bin ich zuversichtlich, dass wir sicherstellen, dass unser Sport auch in Zukunft langfristig ausgeübt werden kann." Die Vertreter der Kite-Szene begrüßten, dass die Begrifflichkeit eines Verbots ad acta gelegt worden sei, so Vogt. Wie sich das Kitesurfen und der Schutz der Vögel im Nationalpark verwaltungsrechtlich verbinden lasse - und zwar ohne ein grundsätzliches Verbot, das werde nun geprüft, so Minister Habeck. In den kommenden Wochen will das Umweltministerium will eine Regelung erarbeiten, die sowohl den Vogelschutz als auch das Kitesurfen im Wattenmeer ermöglicht.

Karte: Mögliche Kite-Reviere an der Nordsee

Große Strände bleiben Kite-Reviere

Bereits am Montag hatten sich Umweltschützer und Kite-Sportler bei einem Treffen in Husum grundsätzlich geeinigt. Der Kompromiss für die Nordseeküste sieht vor, "naturschutzfachlich geeignete Kite-Gebiete" im Wattenmeer einzurichten. Nach Angaben der Landesregierung sollen etwa die großen Strände vor den Inseln oder in St. Peter-Ording in jedem Fall Kite-Reviere bleiben. "Auch weil ich selber surfe, weiß ich, dass Surfen und Natur zusammen gehören", erklärte der Minister. Das Problem sei, beides zusammen zu organisieren. Debattiert wurde laut Habeck noch die Frage, auf welchem Weg Kite- und Naturgebiete formell umgesetzt werden sollen: "Wir wollen beides gleichgewichtig ermöglichen. Kitegebiete sollen ihre eigene Berechtigung haben."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.02.2016 | 17:00 Uhr