Stand: 02.03.2016 20:20 Uhr

Konzerte im Kieler Schloss bis 2018 möglich

Lässt Schleswig-Holstein seine Konzertsäle vergammeln? Mehrere schlechte Beispiele gibt es jedenfalls. Seit September 2015 ist der große Saal der Musik- und Kongresshalle (MuK) in Lübeck wegen einer baufälligen Saaldecke gesperrt. Und lange schien es so, als stünde das sanierungsbedürftige Kieler Schloss ab Mitte 2017 ohne Betreiber da. Nun springt die Stadt Kiel ein.

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Stadt beteiligt sich am Defizit

Die Stadt will sicherstellen, dass der Veranstaltungsbetrieb im Schloss ein Jahr länger weiter geht als geplant. Bisher wollte Kiel Concerts den Betrieb zum 30. Juni 2017 aus wirtschaftlichen Gründen einstellen, jetzt soll erst am 30. Juni 2018 Schluss sein. Die zwischen Betreibern und Stadt geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass sich die Stadt an einem für diesen Zeitraum nachgewiesenen wirtschaftlichen Defizit des Veranstaltungsbetriebs zur Hälfte beteiligt, allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 Euro.

Sanierungsbedarf mindestens zwölf Millionen Euro

"Der Konzertsaal ist ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Kiel", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er ist zentrale Spielstätte des Schleswig-Holstein Musik Festivals, der Kieler Philharmoniker und des NDR Sinfonieorchesters. Der Sanierungsbedarf des Kieler Schlosses ist seit Jahren bekannt. Ein Gutachten aus dem Jahr 2009 beziffert die Kosten auf mindestens zwölf Millionen Euro.

MuK: Lübeck muss noch Geld einwerben

Auch wie es mit der Lübecker MuK weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Damit der große Saal für das Schleswig-Holstein Musik Festival 2017 zur Verfügung stehen kann, soll er möglichst bis zum Frühsommer 2017 saniert werden. Die Beseitigung von statischen Mängeln und die Erneuerung des Brandschutzes soll nach Angaben der Stadt Lübeck 8,4 Millionen Euro kosten. Zwei Millionen Euro davon will das Land übernehmen, etwas mehr als eine Million Euro sollen von Stiftungen beigesteuert werden. Weitere vier Millionen Euro gab die Lübecker Bürgerschaft im Haushalt für 2016 und 2017 für den ersten Abschnitt der Sanierung frei. Die Verwaltung sei zuversichtlich, die verbleibenden Mittel einwerben zu können, heißt es im Finanzierungsplan von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.03.2016 | 15:00 Uhr