Stand: 03.03.2016 16:55 Uhr

Dänemark und Schweden verlängern Grenzkontrollen

Dänemark setzt die Kontrollen an der deutschen Grenze noch mindestens einen Monat fort. Das Land verlängert die stichprobenartigen Überprüfungen von Reisenden laut Integrationsministerium bis zum 3. April. Dänemarks Nachbarländer und die EU-Kommission seien informiert, hieß es. "Es reisen immer noch sehr große Menschenströme nach Europa", sagte Integrationsministerin Inger Støjberg am Donnerstag. "Und wir sind gezwungen, die Grenzkontrollen beizubehalten, wenn wir die Kontrolle darüber haben wollen, wer in Dänemark ankommt." Solange die Grenze nach Schweden für Asylbewerber ohne gültige Ausweispapiere faktisch geschlossen sei, bestehe ein Risiko, dass "große Gruppen Flüchtlinge und Migranten hier in Dänemark stranden", so Støjberg. Auch Schweden kündigte die Verlängerung der Kontrollen an.

Kontrollen an der Grenze zu Dänemark

Kontrollen in Schweden lösen Kettenreaktion aus

Dänemark überprüft seit Anfang Januar Pässe an der deutschen Grenze. Damals hatte Schweden systematische Passkontrollen an seinen Grenzen zu Dänemark eingeführt. Aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen in dem Land muss sich seitdem jeder Passagier in Zügen, Bussen und auf Fähren aus dem Nachbarland bei der Einreise ausweisen. Dass sowohl Dänemark als auch Schweden die Kontrollen immer wieder für wenige Wochen verlängern, hat seine Gründe im EU-Abkommen von Schengen. Danach dürfen die Stichprobenkontrollen nur vorübergehend angeordnet werden, wenn die innere Sicherheit eines Landes bedroht ist. Davon gehen Dänen und Schweden momentan aus. Die Verlängerung von Donnerstag ist bereits die vierte in Dänemark seit Jahresbeginn.

Während der dänischen Winterferien Mitte Februar wurden pro Woche die Ausweise von 50.000 Menschen überprüft.

Autofahrer kommt am Stauende ums Leben

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Der Fahrer dieses Wagens starb am Stauende vor dem Grenzübergang Ellund.

Vor dem Grenzübergang Ellund/Frøslev an der A 7 bei Flensburg stauten sich die Autos an einigen Tagen kilometerlang. Nach mehreren schweren Unfällen vor der dänischen Grenze warnt die deutsche Polizei nun vor den Staus. "Gerade an Montagen stauen sich wegen des Lkw-Fahrverbots am Sonntag die Laster oft lange", sagte eine Polizeisprecherin. Zusätzliche Schilder in mehreren Kilometern Entfernung sollen Autofahrer nun auf die Gefahr hinweisen. Zu Stoßzeiten morgens und abends will die Polizei zudem Streifenwagen mit Blaulicht an der Autobahn postieren, um Autofahrer auf die Staus aufmerksam zu machen. Am Montag kam ein Autofahrer ums Leben, als er am Stauende auf einen Lastwagen fuhr. Am Dienstag stießen zwei Lastwagen zusammen.

Wirtschaft fürchtet lange Staus in Osterferien

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Auch die schleswig-holsteinische Wirtschaft ist betroffen. Nach Angaben des Landesverbandes für Logistik passieren täglich 5.000 Lastwagen die deutsch-dänische Grenze. Jede Stunde Wartezeit kostet laut Geschäftsführer Thomas Rackow 70 Euro. Vor allem der Reiseverkehr während der Osterferien bereitet Rackow in diesem Zusammenhang Sorgen. Der Verband der Grenzhandelsmärkte äußert sich ähnlich. Schleswig-Holsteins Landesregierung hatte mehrfach an Kopenhagen appelliert, bei den Kontrollen mit Augenmaß vorzugehen.

Meistens ist es eine Sache von Minuten

Bei allen Bedenken um lange Wartezeiten an der Grenze: Bislang wurde es fast ausschließlich im Berufsverkehr brenzlig. Ansonsten beträgt die Wartezeit für Autofahrer meistens nur ein oder zwei Minuten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.03.2016 | 17:00 Uhr