Stand: 18.02.2016 14:14 Uhr

Kein Angelglück mehr an Nord- und Ostsee?

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Ein neues Naturschutzgebiet nordwestlich der Insel Fehmarn könnte zu einem Angelverbot führen.

Das Bundesumweltministerium in Berlin will das Freizeitangeln an Nord- und Ostsee stark einschränken. Betroffen sind auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Wie der Verband der Bäder- und Hochseeangelschiffe mitteilte, soll unter anderem das Seegebiet nordwestlich der Insel Fehmarn als weiteres Naturschutzgebiet eingestuft werden. Es erweitert damit ein bestehendes, sogenanntes FFH-Gebiet in der Hohwachter Bucht. Tourismus und Einzelhandel im Kreis Ostholstein sorgen sich um ihre Existenz. Allein aus den Häfen Heiligenhafen und von Fehmarn aus starten jedes Jahr etwa 70.000 Gäste zu Hochseeangelfahrten auf der Ostsee. Das sind fast 90 Prozent aller Kuttertouren im Land. Auch das Sylter Außenriff soll nach den Berliner Plänen unter Schutz gestellt werden.

Kritik vom Land

Naturschutz ja, aber ein Angelverbot geht nach Meinung von Tourismus-Staatssekretär Frank Nägele (SPD) aus dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium deutlich zu weit. Freizeitangler würden den Schutz der Meere nicht gefährden, so Nägele. Zudem sei das Freizeitangeln ein Aushängeschild für die Region und wirtschaftlich enorm wichtig. Er spricht sich für ein Naturschutzgebiet ohne Angelverbot aus. Rückendeckung bekommt er von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Die Köder und Angeln von Freizeitfischern würden den Meeresboden kaum beeinflussen.

Verbände erheben Einspruch

Für die Angelkutter käme dann nur noch die Lübecker Bucht als Fanggebiet in Frage. Das sei zu weit entfernt, heißt es bei der Tourismusservice Heiligenhafen. Neben den professionellen Anbietern von Angeltouren wären von dem Verbot auch unzählige Angler betroffen, die mit ihren eigenen Booten zum Fischen raus fahren. In der vergangenen Woche hatte das Landesumweltministerium die Verbände von den Vorhaben aus Berlin informiert. Wir halten ein Verbot für ungerechtfertigt, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Auch der Verband der Bäder- und Hochseeangelschiffe auf Fehmarn wehrt sich gegen die Pläne. Der Angelfischerverband und der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern haben bereits Einspruch erhoben. Ein Verbot der Angelfischerei sei unbegründet und unverhältnismäßig und stelle eine bedeutende Einnahmequelle der Wirtschaft infrage, erklärten die Verbände.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.02.2016 | 12:00 Uhr