Stand: 16.03.2016 14:15 Uhr

Hübsche Verwechslung: Neumünster bekommt Kloster

Für die "Daily Mail" sieht so Neumünster in "northern Germany" aus. Es ist aber ein Kloster in Luxemburg.

In der Tourist-Information der Stadt Neumünster dürften sich die Verantwortlichen die Hände reiben. Die britische Boulevard-Zeitung "Daily Mail" zeigt in einem Text über Neumünster ein Bild wie aus einem Urlaubskatalog: Ein idyllisch gelegenes Kloster mit strahlend weißem Putz, ein kleines Flüsschen und eine steile Felsklippe vor einer hügeligen Wald-Landschaft. So ein Postkarten-Motiv könnte Touristen locken. Ob die Hotels in Neumünster nun bald ausgebucht sind?

Das Neumünster steht in Luxemburg

Wer allerdings wegen dieses Bildes Neumünster besuchen will und dafür extra von England nach "northern Germany" fliegt, könnte enttäuscht werden. Obwohl Neumünster in Schleswig-Holstein ganz reizvolle Ecken hat - so etwas wie auf dem Bild gibt es hier nicht. Einheimische sehen auf dem ersten Blick, dass das Foto nicht an der Schwale oder am Einfelder See aufgenommen wurde. Die Szenerie steht 670 Kilometer weiter südlich - im Zentrum der Stadt Luxemburg. Es ist ein Kloster. Auf Luxemburgisch heißt der Ort Neimënster - auf Hochdeutsch Neumünster.

Verwirrte der Dienstsitz des Polizeisprechers?

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So sieht Neumünster wirklich aus.

Auch die Geschichte hat fast nichts mit Neumünster zu tun: Die "Daily Mail" hatte eine Geschichte des NDR aufgegriffen - über die Panne zweier israelischen Agenten im Matsch am Nord-Ostsee-Kanal in Quarnbek. Die Überschrift: "The name's Pond...James Pond." Der Text klingt so, als sei der Vorfall in Neumünster passiert. Doch Neumünster liegt gar nicht am Kanal. Die wahrscheinliche Ursache: Der für Quarnbek zuständige Polizeisprecher hat in Neumünster sein Büro - mehr als 35 Kilometer vom tatsächlichen Ort des Geschehens entfernt.

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