Stand: 15.03.2016 15:22 Uhr

Havarie der "Siderfly" - Lotse machte Fehler

Im Oktober 2013 war der Düngemittelfrachter "Siderfly" auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit einem Gas-Tanker zusammengestoßen. Das Schiff drohte zu sinken. Am Ende musste es abgewrackt werden. Was war der Grund für die Havarie? Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) schreibt nun in ihrem Abschlussbericht: Ein Losten-Fehler war die Ursache des Unglücks. Die Kommunikation zwischen den Lotsen, den Schiffsführungen und der Verkehrszentrale müsste optimiert werden, heißt es in dem Bericht.

Die Leidensgeschichte der "Siderfly"

Funkverkehr aufgezeichnet

Mitschnitte des Funkverkehrs hätten gezeigt, dass die Kommunikation des Lotsen auf dem Gas-Tanker mit der Verkehrszentrale in Brunsbüttel sowie mit den Lotsen eines vorbeifahrenden Konvois "von maßgeblicher Bedeutung für das Unfallgeschehen war", so die BSU. Die Verkehrszentrale habe dem Lotsen etwa 20 Minuten vor Beginn seines Ablegemanövers "unmissverständlich" per Funk die Anweisung gegeben, dass er zunächst einen aus vier Schiffen bestehenden Konvoi passieren lassen müsse. Er ließ jedoch nur zwei der Schiffe vorbei fahren, um dann selber abzulegen.

Komplizierte Bergung

Neun Tage lang blieb damals der Nord-Ostsee-Kanal, eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, gesperrt. Die Bergung des etwa hundert Meter langen Havaristen war außerordentlich kompliziert. Erst musste das leckgeschlagene Schiff aufgerichtet werden. Dann wurden rund 3.600 Tonnen Düngemittel umgeladen und Wasser aus den Laderäumen gepumpt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 15.03.2016 | 13:00 Uhr