Stand: 24.01.2016 19:00 Uhr

Große Liebe für kleine Züge

Der Modelleisenbahnclub Kiel öffnet an diesem Wochenende seine Türen. Mehr als 1.000 Meter Schienen im Miniaturformat sind zu sehen. Modellbahn-Kenner sprechen von der Nenngröße H0 - und meinen damit Modelle im Maßstab 1:87. Mehr als 70 Züge in diesem Format rauschen durch detailliert nachgebaute Landschaften - entstanden in mehr als 50 Jahren leidenschaftlichem Einsatz für ein Hobby, das viel Geld kosten kann: "Eine Dampflokomotive kostet 500 Euro", sagt Bahnwart Holger Babeck. Inklusive Wagen sei man da schnell bei 1.000 Euro.

Fünf Jahre für das Elternhaus

Vereinskollege und Tüftler Jürgen Eckert ist fasziniert, "dass es funktioniert, wie man es sich vorher gedacht hat". Eckert ist vier Stunden täglich in dem Clubheim in der Pestalozzistraße 79. Fünf Jahre benötigte Eckert, um seine Heimat zu entwerfen: sein Elternhaus am alten Kieler Gaswerk. "Im Januar 1946 sind wir da eingezogen", sagt er und zeigt auf ein dunkles Häuschen, "nach dem Krieg".

Entstanden aus dem Gedächtnis

Eckerts Vorlage? Zwei Fotografien. Das Original ist längst abgerissen. "Ich bin dort 22 Jahre lang mit meinem Vater spazieren gegangen", erzählt er. Die Miniatur-Wunderwelt ist fast komplett aus seinem Gedächtnis entstanden. Clubfreunde von Eckert haben gerade Ähnliches geleistet. Sie ließen die alten Gleisanlagen am Nord-Ostsee-Kanal wieder auferstehen - inklusive der Kohlefrachter.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.01.2016 | 19:30 Uhr