Stand: 02.02.2016 14:09 Uhr

Geständnis in Kiel: Klinikgelder veruntreut

Der frühere Finanzchef einer Kieler Klinik hat gestanden, bei seinem Arbeitgeber "einen hohen sechsstelligen Betrag" veruntreut zu haben. Die Staatsanwältin sprach von mehr als einer Million Euro, die der 64-Jährige von 2010 bis 2015 auf eigene Konten und Konten für seine beiden Söhne überwiesen habe. Sie listete vor dem Kieler Landgericht 91 Fälle auf. 

Ex-Finanzchef zeigt Reue

Der Angeklagte sagte, er habe "die Taten begangen, ohne wenn und aber". Sie seien ihm aber wie die eines Fremden vorgekommen.  Nach seinen Angaben will er den Schaden mit Unterstützung seiner Söhne weitgehend wieder gutmachen. 750.000 Euro habe er bereits in einem Vergleich vor dem Zivilgericht anerkannt, mehr als 70.000 Euro seien zurückgezahlt. Rentenansprüche und Guthaben habe er abgetreten. 

Angeklagter vermutlich nur eingeschränkt schuldfähig

In seinem vom Blatt abgelesenen Geständnis meinte der Angeklagte, er habe Kollegen mehrfach Hinweise gegeben, in der Hoffnung, dass man ihn stoppen würde. Doch er flog erst im Juli 2015 auf, als einer Kollegin die unrechtmäßigen Überweisungen auffielen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Einer Gutachterin zufolge ist der Angeklagte aufgrund hirnorganischer Schäden vermutlich nur eingeschränkt schuldfähig. Seine Steuerungsfähigkeit sei dadurch wohl erheblich gemindert, sagte die Fachärztin. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.