Stand: 02.01.2017 17:32 Uhr

1.920 Babys sorgen für Geburtenrekord in Flensburg

In Flensburg sind im vergangenen Jahr so viele Kinder wie noch nie zur Welt gekommen. Das Flensburger Diakonissenkrankenhaus (Diako) zählte 1.920 Geburten. Das sind etwa 180 mehr als im Jahr zuvor. Ein Grund für den Geburtenrekord in Flensburg sind laut Klinikum die Schließungen der Geburtsstationen in Niebüll und auf den Inseln Sylt und Föhr (Kreis Nordfriesland). Im äußersten Norden des Landes ist die Flensburger Klinik nun die einzige mit einer Entbindungsstation.

Kinder auf dem Flur geboren?

In der Diako wird es nun eng: Die Klinik hat vier Kreißsäle und plant nach Angaben eines Sprechers, einen weiteren einzurichten, damit es nicht so oft zu Engpässen kommt. Außerdem will die Klinik das Stillzimmer auf der Wochenstation vergrößern. Gerüchte, wonach wegen des Babybooms Kinder schon auf dem Flur zur Welt kommen mussten, konnte der Sprecher nicht bestätigen. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord haben sich mehrere Eltern für andere Kliniken entschieden, weil sie sich in Flensburg nicht gut genug betreut fühlten.

Keine Geburtshilfe auf den Nordseeinseln

Für Schwangere von den Inseln und Halligen bietet das Krankenhaus in Flensburg ein sogenanntes Boarding-Konzept an. Die Klinik empfiehlt, möglichst eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin in die Diako zu kommen und in einem Gästezimmer auf dem Gelände auf die Geburt zu warten.

Seit Januar 2014 gibt es die Geburtenstation auf Sylt nicht mehr. Weniger als 100 Geburten jährlich seien zu wenig, um die Station weiter zu betreiben, so die offizielle Begründung der Asklepios Nordseeklinik seinerzeit. Die Stationen in Wyk auf Föhr und in Niebüll sind inzwischen ebenfalls dicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.01.2017 | 10:30 Uhr

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