Stand: 29.02.2016 17:59 Uhr

Geboren am 29. Februar: "Hauptsache gesund"

von Daniel Kummetz

Nur alle vier Jahre so richtig Geburtstag haben - das ist nicht das, was die meisten werdenden Eltern ihren Kindern wünschen. Doch exakt wie von Mutter und Vater geplant, verlaufen Geburten eigentlich nie. Und so sind auch an diesem 29. Februar wieder an vielen Orten im Land sogenannte Schalttagskinder zur Welt gekommen - etwa Julie und Luca Leonidas. Die beiden wurden am Montag im Klinikum Itzehoe geboren, Julie um 1.49 Uhr und Luca Leonidas um 9.26 Uhr.

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"Es ist etwas Besonderes"

"Wir haben immer gesagt: Es kann jeden Tag kommen, nur bitte nicht am 29. Februar", erzählt Julies Mutter Ann-Christin Maziull. Der errechnete Geburtstermin von Julie war der 22. Februar. "Aber jetzt denken wir: Es ist etwas Besonderes!" Die nun zweifache Mutter hat auch schon eine Idee, wann die Geburtstagspartys von Julie stattfinden sollen: "Sie kann immer mit ihrer Cousine zusammen feiern, die hat am 1. März Geburtstag. Und alle vier Jahre feiern wir groß."

Die Planungen für die erste Feier laufen

Die Eltern von Luca Leonidas hatten den 29. Februar als möglichen Geburtstermin eigentlich ausgeschlossen. "Das war nicht abzusehen, er ist drei Wochen zu früh", sagt Mutter Sabrina Obenhausen-Stieper. Doch eine Person in der Familie scheint eine gewisse Vorahnung gehabt zu haben: "Meine Schwester hat immer gesagt: Das wird bestimmt der 29. Februar - und wir haben immer geantwortet: 'Nein, das ist ja noch genug Zeit danach.' Aber es sollte wohl so sein", sagt Obenhausen-Stieper. "Hauptsache er ist gesund", sagt Vater Marcel Stieper. Und auch bei Familie Stieper laufen schon die Überlegungen für den ersten Kindergeburtstag: "Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir künftig am 28. Februar oder 1. März feiern", sagt Vater Stieper. Aber es gibt eine erste Tendenz: "9.26 Uhr ist ja eigentlich dichter am 28. als am 1.", sagt Stieper.

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Weitere Babys auf dem Weg

Statistisch gesehen erblicken an einem Tag in Schleswig-Holstein mehr als 60 Kinder das Licht der Welt. In den Geburtsstationen in Pinneberg sind bis zum Nachmittag sechs Kinder geboren worden, in Neumünster waren es vier. In Rendsburg und im Städtischen Krankenhaus Kiel kamen je zwei Kinder bis zum Mittag zur Welt, in Husum eins. Und weitere Babys sind auf dem Weg.

"Extremer als Heiligabend"

Für die Geburtshelfer ist dieses besondere Datum mancherorts schon länger Thema. "In den Geburtsvorbereitungskursen der Hebammen wurde der 29. Februar durchaus angesprochen", sagt Uwe Heilenkötter, Chefarzt der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Itzehoe. "Der 29. Februar zählt zu den Geburtstagen, die werdende Eltern vermeiden wollen", sagt Nicolai Maass, der Chef der Geburtsklinik am Kieler Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Das sei durchaus vergleichbar mit Heiligabend - nur noch etwas extremer. Alles in allem hält er die Aufregung um diesen Tag aber für übertrieben. Journalisten würden sich für die Besonderheit des Datums mehr interessieren als die Eltern.

Im Hamburger Umland ist der Schalttag ein Thema

Im Krankenhaus Reinbek (Kreis Stormarn) kam in der vergangenen Woche ein Kind zur Welt, dessen errechneter Geburtstermin der 29. Februar war - zur großen Freude der Eltern wurde es nicht am Stichtag geboren, wie eine Hebamme berichtet. Der Kommentar der Mutter nach der Geburt sei eindeutig gewesen, berichtet sie: "Hauptsache nicht am 29. Februar!" Ähnliches beobachten auch die Regio Kliniken Pinneberg: "Der 29. Februar ist als Geburtstag tatsächlich eher unbeliebt", schreibt der Sprecher auf Anfrage von NDR.de. "In den Anmeldegesprächen mit den Müttern, die in diesen Tagen ihr Kind erwarten, wurde von den meisten die Hoffnung geäußert, dass das Kind nicht an dem Schalttag zur Welt kommt. Daher gibt es an dem Tag auch keine geplanten Kaiserschnitte."

Frei wegen Schalttag

Das ist in vielen Kliniken in Schleswig-Holstein so geregelt. Mancherorts hat das auch Folgen fürs Personal: Im Johanniter-Krankenhaus in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) wurde der Dienstplan geändert. Die Mitarbeiterin, die sonst nur für die Betreuung der frisch geborenen Kaiserschnitt-Babys zuständig ist, hatte am 29. Februar frei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 29.02.2016 | 06:05 Uhr