Stand: 07.11.2013 07:57 Uhr

Frachter "Siderfly" im sicheren Hafen

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Schlepper "Hans" zog den havarierten Frachter "Siderfly" in den Binnenhafen Brunsbüttel.

Endlich ist es geschafft: Mitarbeitern eines Bergungsteams ist es am Mittwoch gelungen, den havarierten Frachter "Siderfly" aus der Böschung am Nord-Ostsee-Kanal zu befreien und zu stabilisieren. Anschließend nahm der Schlepper "Hans" den Unfall-Frachter an den Haken und zog ihn in den knapp drei Kilometer entfernten Binnenhafen Brunsbüttel. Während der Fahrt wurde Wasser mit vier Lenzpumpen aus der "Siderfly" gepumpt. An seinem Liegeplatz wird der 100 Meter lange Frachter nun von Experten untersucht. Reederei und Versicherung entscheiden dann über das Schicksal der "Siderfly". Nach Angaben des Havariekommandos Cuxhaven haben sich allerdings schon einige Interessenten gemeldet, die den Frachter verschrotten wollen.

Schäden nicht so groß wie gedacht

Dabei ist das Leck entgegen ersten Befürchtungen nicht so schlimm: Hinter dem rund 2 mal 7 Meter großen Loch in der Außenwand entdeckten die Bergungsexperten in der Wand des Laderaums nur einen wenige Zentimeter breiten Riss, sagte der Sprecher des Havariekommandos, Michael Friedrich. Die Bergung musste immer wieder verschoben werden, um kein Risiko einzugehen. Damit das leer gepumpte Schiff beim Schleppen nicht wie ein Korken im Kanal hin und her schaukelte, musste es zunächst durch Umpumpen von Wasser in den Ballasttanks in eine stabile Lage gebracht werden. Eine zeitraubende Arbeit, wie Friedrich erklärte.

Die Leidensgeschichte der "Siderfly"

Freie Fahrt im Kanal seit Dienstagabend

Schon vor der Bergung hatte es gute Nachrichten für Kapitäne, Lotsen und Reeder gegeben: Seit Dienstagabend können Schiffe die Stelle mit dem Unfall-Frachter zwischen Kudensee und Brunsbüttel passieren. Den Einsatzkräften war es zuvor gelungen, beide Laderäume leer zu pumpen. Das Schiff hob sich langsam vom Grund und schwamm wieder auf eigenem Kiel. Die Trossen, mit denen vier schwere Baumaschinen den Frachter festhielten, wurden gekappt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Schiff war am 28. Oktober mit einem anderen Gastanker zusammengestoßen und wurde dabei schwer beschädigt. Nach der Kollision war der Kanal drei Tage lang voll gesperrt. Wie es zu dem Unfall kam, untersucht derzeit noch die Staatsanwaltschaft Itzehoe. Es deutet viel darauf hin, dass ein Fahrfehler des Kapitäns des Gastankers zur Kollision geführt hat. Die Ermittler müssen aber noch Zeugen befragen sowie die Black-Box der beiden Schiffe auswerten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.11.2013 | 17:00 Uhr