Stand: 14.08.2017 20:12 Uhr

Forscher entwickelt Fischfutter aus Jatropha-Nuss

Ulfert Focken, Professor für Fischereiökologie in Ahrensburg, hat eine Vision: Er möchte ein nachhaltiges Fischfutter entwickeln. "Rund 20 Prozent der Weltbevölkerung beziehen ihr tierisches Eiweiß aus Fisch. Die Meere können nicht mehr Fisch liefern. Wenn wir mehr Fisch essen wollen, müssen wir den in der Aquakultur produzieren", sagt Focken. Die Frage ist, womit füttert man die Fische in Aquakultur? Die Tiere sollen möglichst schnell wachsen - und das Futter soll nachhaltig produziert werden. Dafür experimentiert er mit der Jatropha-Nuss, die in den Tropen und Subtropen wächst. Normalerweise wird sie für die Produktion von Biodiesel genutzt.

Fischfutter wird verteilt.

Nachhaltiges Fischfutter aus Ahrensburg

Schleswig-Holstein Magazin -

Ulfert Focken erforscht nachhaltige Fischernährung. Dabei versucht er, herkömmliches Fischmehl vollständig mit Fischfutter aus Überresten aus der Biodieselherstellung zu ersetzen.

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Die Idee: Aus Presskuchen Fischfutter machen

Nachdem die Nuss ausgepresst wurde, entsteht ein Presskuchen, der üblicherweise entsorgt wird. "Der Rückstand mit 60 Prozent Eiweiß ist viel zu schade zum Wegschmeißen", sagt Focken. Der Professor plant aus diesem sehr eiweißreichen Abfallprodukt, ein neuartiges, nachhaltiges Fischfutter zu entwickeln. Damit sollen die Tiere in kontrollierter Aufzucht genauso schnell wachsen wie mit dem herkömmlichen Futter, das aus nicht-nachhaltigem Fischmehl besteht. Denn: Für eine Tonne Fisch , braucht man 1,5 Tonnen Fischfutter.

Futter in verschiedenen Dosierungen

Um den Effekt der Jatropha-Nuss zu überprüfen, wird aktuell in dem Ahrensburger Institut für Fischereiökologie geforscht. Vier verschiedene Fischgruppen füttern die Forscher mit verschiedenem Futter: In drei Futterarten ist das Fischmehl durch die Nuss ersetzt - in verschiedenen Dosierungen. Eine vierte Kontrollgruppe bekommt das herkömmliche Futter aus Fischmehl.

Regelmäßiges wiegen der Fische

Alle zwei Wochen werden die Fische gewogen. So sehen die Forscher, wie gut die Tiere wachsen. Das Ergebnis bisher: Eine der drei Jatropha-Nuss-Mischungen schlägt an. Wenn die Tiere mit ihr gefüttert werden, wachsen sie genauso schnell, als wenn sie das herkömmliche Futter essen. Sollte sich dieses Ergebnis in der finalen Messung bestätigen, wäre bewiesen, dass aus der Jatropha-Nuss nachhaltiges Futter gewonnen werden kann.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 14.08.2017 | 19:30 Uhr

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