Stand: 06.08.2017 10:00 Uhr

Flughafen Lübeck will 2018 neu durchstarten

Von Thorsten Philipps

Große Maschinen, die von Lübeck nach München, Palma de Mallorca, Wien oder Stockholm fliegen: Nach mehrfach wechselnden Eigentümern und zuletzt zwei Insolvenzen kann der Airport Blankensee möglicherweise im kommenden Jahr wieder erste attraktive Destinationen anbieten. Das hat der Unternehmer Winfried Stöcker mitgeteilt, der den Flughafen vor 13 Monaten übernahm. "Wir haben die Lübecker Firma C-PL beauftragt, ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Ich bin ganz zuversichtlich, dass es bald mit Linienflügen am Flughafen wieder losgeht", erklärte Stöcker im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord.

Turbulente Jahre für den Airport Lübeck-Blankensee

Flüge bald sogar nach China?

Seit zwei Jahren starten und landen in Lübeck nur rund 10.000 Passagiere pro Jahr, überwiegend Geschäftsleute. Dies störe ihn wenig, sagte Stöcker. Der 70-Jährige denkt langfristig und hält irgendwann sogar Langstreckenflüge für möglich, etwa nach China. Doch zunächst liegt der Fokus auf europäischen Zielen. Geschäftsführer Friedel hofft auf mindestens einige 100.000 Passagiere in den kommenden fünf Jahren. Sobald die ersten Strecken festgezurrt sind, soll eine neue Abfertigungshalle gebaut werden.

Über den Investor

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Geplanter Ausbau ein Fall fürs Gericht

Damit nicht genug: Stöcker will den ganzen Flughafen erweitern und das Planfeststellungsverfahren vorantreiben. Was dies angeht, liegt der Ball aber zurzeit noch beim Oberverwaltungsgericht Schleswig. Doch außergerichtliche Verhandlungen mit den Klägern der Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm in Lübeck und Umgebung sowie der Gemeinde Groß Grönau könnten schon bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, hofft Stöcker.

Knackpunkt Nachtflugverbot

Doch Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf stellt klar: "Bevor wir unsere Klage zurückziehen, müssten wir die Ausbaupläne des Herrn Stöcker genau kennen. Da gab es bisher noch keine konkreten Gespräche." Ein bisher angedachtes Nachtflugverbot zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens sei zu wenig, unterstreicht Graf. Für die Gemeinde Groß Grönau ist die Einhaltung eines Flugverbotes zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens nach Angaben von Graf sehr wichtig. Der Ausgang des Verfahrens scheint also noch offen - und damit auch die Zukunft des 100 Jahre alten Lübecker Flughafens.

Gefeiert wird das Jubiläum auf jeden Fall, und das ganz groß: Stöcker und Friedel erwarten zum Festwochenende am 2. und 3. September rund 30.000 Besucher.

Erfolgreichste Zeit mit 700.000 Passagieren

Als er am 6. August 1917 in Betrieb genommen wurde, war der Flughafen in Lübeck als reiner Militärflughafen gedacht. Er wurde aber im Ersten Weltkrieg nie benutzt, und so blieb es erstmal auch danach - wegen eines Flugverbots durch den Versailler Vertrag. Am erfolgreichsten war der Flughafen im Jahr 2009. Damals flogen insgesamt 700.000 Passagiere nach London, Palma de Mallorca, Stockholm und Pisa. Doch mit dem Lieblingsprojekt von Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe ging es wenig später kontinuierlich bergab. 2015, im bis dato letzten Jahr der Linienflüge, flogen nur noch 125.000 Passagiere von und nach Blankensee.

Rückblick

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.08.2017 | 12:00 Uhr

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