Stand: 30.11.2012 08:17 Uhr

Flughafen Lübeck: Rady Amar macht das Rennen

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Der aus Ägypten stammende Amar bekam den Zuschlag für den Flughafen Lübeck.

Aus vier mach eins: Der deutsch-ägyptische Geschäftsmann Mohamad Rady Amar hat den Zuschlag für den Flughafen Blankensee erhalten. Am Donnerstagabend beschloss die Lübecker Bürgerschaft den Verkauf des Airports an den Geschäftsmann. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hatte vor einigen Tagen bereits den Verkauf an den Unternehmer aus Frankfurt empfohlen. Insgesamt gab es vier Kauf-Interessenten.

"Das Angebot von Herrn Rady Amar ist wohl am stärksten von allen am Ausbau orientiert - auch das ist für uns ein Punkt gewesen. Wir wollen dauerhaft einen florierenden und wachsenden Flughafen. Für einen Tourismusstandort wie wir einer sind, ist das von großer Bedeutung", sagte der SPD-Politiker nach der Sitzung.

Freude beim Investor und der Belegschaft

Rady Amars Berater Sigmar Weegen zeigte sich nach der Entscheidung sichtlich erfreut. "Wir sind euphorisiert", sagte er NDR 1 Welle Nord. Vor allem über die Art und Weise, wie die Entscheidung zustande gekommen sei. Weegen kündigte schnelle Gespräche mit aktuellen und potenziellen neuen Kunden an, damit bereits im kommenden Jahr zusätzliche Linien angeboten werden können. Im Gespräch sind weitere innerdeutsche Flüge und Verbindungen nach Ägypten und Marokko. Die rund 100 Flughafen-Mitarbeiter zeigten sich erleichtert über die Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft. Unter anderem, weil Amar im Vorfeld angekündigt hatte, die Belegschaft komplett übernehmen zu wollen. "Ich freue mich riesig", sagte Airportchef Jürgen Friedel.

Landes-CDU zufrieden

Der verkehrspolitische Sprecher der Nord-CDU, Hans-Jörn Arp, hat sich zufrieden zum Beschluss der Lübecker Bürgerschaft geäußert. Schleswig-Holstein werde damit auch künftig einen Flughafen im Land behalten. Arp sieht nun die Landesregierung am Zug. "Nachdem nun auch die SPD in Lübeck dem Erhalt des Flughafens zugestimmt hat, erwarte ich von der neuen Landesregierung umso mehr, dass sie Fördermittel für Investitionen bereitstellt."

20-Millionen-Euro-Investition geplant

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Amar will in den nächsten fünf Jahren 20 Millionen Euro in den Flughafen investieren.

Investor Rady Amar zahlt für den Flughafen den symbolischen Preis von einem Euro. Von der Stadt Lübeck erhält er 5,5 Millionen Euro, wenn er den Airport ausbaut. Am Mittwoch hatte er seine Pläne vorgestellt. Der Unternehmer will den Flughafen zu einem Airport mit internationalem Standard ausbauen. Er kündigte Investitionen bis zu 20 Millionen Euro in den ersten fünf Jahren an. Amar rechnet nach eigenen Worten fest damit, dass der bislang defizitäre Flughafen 2018 schwarze Zahlen schreibt.

Mehrheitsbündnis gescheitert

Zu Beginn der Sitzung war der Antrag der Grünen und der Linken mehrheitlich abgelehnt worden, die Entscheidung über den Flughafenverkauf zu vertagen. Sie hatten ihren Wunsch damit begründet, dass die Bürgerschaftsmitglieder nur zwei Tage Zeit hatten, um die Angebote zu prüfen. Dies sei für ehrenamtliche Politiker nicht leistbar, hieß es. Die Grünen votierten bei der Abstimmung dagegen, die Linke enthielt sich. Das rot-rot-grüne Mehrheitsbündnis war am Mittag zerbrochen, weil sich die drei Parteien nicht über den Haushalt sowie den Flughafenverkauf einigen konnten.