Stand: 02.10.2017 14:04 Uhr

Flensburger Wassertürme: Alte Technik gut in Schuss

140 Wassertürme hat es einst in Schleswig-Holstein gegeben. Davon existieren heute allerdings nur noch 45. In Betrieb sind nur noch wenige. Zwei davon gibt es in Flensburg, damit sind die beiden sozusagen eine Rarität. Während viele Städte ihre Türme auch aus Kostengründen stillgelegt haben, wollen die Stadtwerke Flensburg auf ihre Türme nicht verzichten.

Der Wasserturm in Flensburg

Wassertürme - wie geht das?

Schleswig-Holstein Magazin -

In Schleswig-Holstein gibt es noch sieben Wassertürme. Zwei davon in Flensburg. Ihr Wasservorräte sorgen unter anderem für einen konstanten Wasserdruck im Leitungssystem.

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Wassertürme überragen die Stadt

Die beiden Flensburger Wassertürme stehen auf den höchsten Punkten der West- und der Ostseite der Stadt - jeweils 77 Meter über Normallnull. So können sie für einen konstanten Wasserdruck im Leitungssystem sorgen. "Die Wassertürme müssen immer höher sein, als das Gebiet, das sie versorgen, sonst gibt es keine Druckdifferenz, um das Wasser in die Haushalte zu befördern", sagt Gerold Kraschon, zuständig für die Wassergewinnung bei den Stadtwerken. Drei Neubaugebiete können aufgrund ihrer Höhe nicht versorgt werden. Der Druck der Türme reicht dafür nicht aus. Dennoch: "Alte Technik ist gut in Schuss", Kraschon nennt die beiden Wassertürme "ein Glücksfall für die Stadt".

Speicher für heiße Tage

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350.000 Liter Trinkwasser kann der Flensburger Wasserturm an der Mühlenstraße speichern.

Flensburgs Wasser kommt aus elf Brunnen - aus etwas 100 bis 300 Metern Tiefe. Zwei Wasserwerke bereiten das Wasser auf und pumpen es in die Türme. Die Wassertürme dienen in Flensburg auch als Speicher - zum Beispiel wenn es an heißen Tagen zu einem sehr hohen Verbrauch kommt. Der westliche Turm speichert 350.000 Liter Trinkwasser, der östliche 1,5 Millionen Liter. Gleichzeitig dienen sie als Puffer, falls es zu einem Rohrbruch kommt. Insgesamt wird das Wasser über ein Leitungsnetz von 400 Kilometern Länge verteilt.

"Blumenvase" wird Anfang der 60er gebaut

Im Jahr 1900 hatte Flensburg bereits 49.000 Einwohner, und die Höhen der Stadt wurden immer mehr bebaut. Der Bau des ersten Wasserturms an der Mühlenstraße im Westen der Stadt wurde nötig. 60 Jahre später musste ein zweiter Turm her, diesmal im Osten der Stadt, der wegen seiner Form auch "Blumenvase" genannt wird.

Andere Städte setzen auf Elektropumpen

Die meisten Städte und Gemeinden haben sich in den 90er Jahren dazu entschieden, das Wasser ausschließlich mit elektrischen Pumpen in ihr Netz zu pressen. Meist wenn teure Sanierungen der Wassertürme anstanden. Dann kann es aber auch bei einem Stromausfall mal eng werden mit der Wasserversorgung, gibt Gerold Kraschon von den Flensburger Stadtwerken zu bedenken. Er hofft deswegen darauf, dass die beiden Flensburger Wassertürme noch lange erhalten bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.10.2017 | 19:30 Uhr

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