Stand: 23.01.2017 20:21 Uhr

Ferienhaus an der Ostsee droht abzustürzen

Viele Menschen träumen von einem Ferienhaus direkt an der Ostsee. An einer Steilküste in Angeln bröckelt dieser Traum. Die Küste ist in diesem Bereich nicht gesichert. Nach Orkan "Axel" droht ein Haus an der Norgaardholzer Haffkoppel abzustürzen. Bei der nächsten Sturmflut könnte es zum nächsten Erdabrutsch kommen - vielleicht der entscheidende für das Haus. Aber auch die normalen Strömungen könnten dafür sorgen, dass der Traum vom Ferienhaus endgültig ausgeträumt ist. Wertlos ist die teilweise bereits unterspülte Immobilie ohnehin schon. Das Holzhaus darf seit Anfang vergangenen Jahres nicht mehr bewohnt werden. Das Grundstück? Betreten verboten.

Sicherung ist nicht erlaubt

Die Gemeinde Steinberg (Kreis Schleswig-Flensburg) ist nach eigenen Angaben machtlos. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, dass der Natur an Steilküsten freier Lauf gelassen wird. Außerdem sei die Ostseeküste eine sogenannte Ausgleichsküste, heißt es aus dem Umweltministerium in Kiel. Sand, der in Angeln abbricht, wird andernorts zu Strand. Sicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel das Aufschütten von Sand oder Steinen sind nicht erlaubt - es sei denn, es müsste eine Wohnsiedlung geschützt werden.

Landwirtschaftliche Flächen brechen weg

Für landwirtschaftliche Flächen gilt die Ausnahmeregelung nicht - zu sehen ist das nur wenige Kilometer weiter. Auf der Halbinsel Habernis sind viele Wiesen von den Abbrüchen an der Steilküste betroffen. Teilweise zahlen Grundstücksbesitzer nach eigenen Angaben Steuern für Land, das längst von der Ostsee verschlungen wurde.

Für Buhnen muss Gesetzesänderung her

Eine mögliche Lösung gibt es in Neukirchen (Kreis Ostholstein). Dort schützen Buhnen seit Jahrzehnten die Steilküste. Um diese Pfähle aus Holz, Stein oder Beton auch an anderen Orten verwenden zu dürfen, müsste das Bundesnaturschutzgesetz geändert werden. Das will die Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz Ostsee durchsetzen. Im März will sie ihre Forderungen für den Küstenschutz im Landtag vorstellen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.01.2017 | 19:30 Uhr

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