Stand: 18.03.2016 11:54 Uhr

Farewell, Flughafen Lübeck!

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Mechthild Mäsker leitet das NDR Studio Lübeck.

Der Lübecker Flughafen Blankensee - eigentlich hat er abgewirtschaftet. Politisch nicht mehr erwünscht, wirtschaftlich schon lange nicht rentabel, von Fluglinien wie Passagieren links liegen gelassen. Vor wenigen Jahren noch rosige Aussichten und Ausbaupläne, aber was dann kam, waren windige Investoren, allein gelassene Geschäftsführer und fehlende Unternehmenskonzepte - da kommt kein Insolvenzverwalter gegen an.

Abwicklung teurer als "Pannen-Hilfe"

Jetzt bekommt dieser Insolvenzverwalter mit dem schönen Namen Pannen von der Stadt vermutlich dennoch eine letzte Finanzspritze - in Journalistenkreisen spöttisch "Pannen-Hilfe" genannt. Denn die Alternative könnte für die Stadt eine millionenschwere Abwicklung bedeuten, und das kann sich Lübeck noch viel weniger leisten als einen vor sich hinsiechenden Airport.

Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter

Nach Schuldigen zu suchen, für dieses jetzt mehr als fünf Jahre dauernde Flughafendesaster ist müßig - die Leidtragenden sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerade noch 50 sind übrig geblieben, und die zynische, marktwirtschaftliche Wahrheit ist: Für einen erfolgreichen Verkauf wären auch das noch zu viele.

Der Flughafen Lübeck hat keine Zukunft mehr

Aber auch den Beschäftigten und den Fans des Airports müsste der Abgang der letzten noch verbliebenen Fluglinie Wizzair gezeigt haben: Es wird Zeit, dem Flughafen Farewell zu sagen. Endgültig. Schluss mit Pannen-Hilfe, Schluss mit Investoren-Suche, Schluss mit Rettungsmaßnahmen. 99 Jahre nach Entstehung hat der Flughafen Lübeck keine Zukunft mehr.

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Im Jahr 1916 entsteht der Flughafen Blankensee südlich von Lübeck. Der Airport kämpft seitdem immer wieder um seine Zukunft. Eine Chronologie der Ereignisse. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.03.2016 | 12:00 Uhr