Stand: 18.01.2016 11:54 Uhr

Erst Rom, nun Rio: Radfahrer mit Handicap

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Mitte Mai wollen die beiden Radsportler von Sibirien aus in Richtung Rio de Janeiro aufbrechen.

Mit einer Radtour von Sibirien über das Nordkap bis nach Rio de Janeiro (Brasilien) wollen Karl Grandt und Sven Marx für die Inklusion behinderter Menschen werben. Vielen Menschen sei immer noch nicht klar, was Inklusion überhaupt sei, sagt der Flensburger Grandt. "Wenn Sie zehn Leute auf der Straße fragen, 'Was ist Inklusion?', bekommen Sie vermutlich achtmal die Antwort, 'Weiß' nicht'." Der 61-Jährige und sein Berliner Freund Sven Marx sind selbst gehandicapt. Ihre mehr als 11.000 Kilometer lange Reise soll am 15. Mai im sibirischen Jekaterinburg starten und das Duo durch mehr als zehn Länder führen.

Audienz beim Papst

Ihr Handicap hat die beiden Radsportler im vergangenen Jahr aber nicht davon abgehalten, von Flensburg bis nach Rom zu fahren. Dort hatte das Duo eine Sonderaudienz beim Heiligen Vater. Papst Franziskus segnte dabei die von den Radsportlern mitgenommene "Inklusionsfackel". Der 45-jährige Marx hatte einen Gehirntumor und ist seither sehbehindert. Grandt hat einen schweren Autounfall mit mehreren Wirbelbrüchen überlebt. Er ist Projektkoordinator beim Verein Health Media e.V..

Noch fehlt Geld

Die beiden Männer planen, Anfang September gemeinsam mit Schülern der deutschen Schule in Rio zur Eröffnung der Paralympischen Spiele ins Olympiastadion einzufahren. Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) wünscht den Aktivisten "alles erdenklich Gute, damit die Tour klappt". Bis dahin müssen Marx und Grandt aber noch ein paar Hausaufgaben erledigen, auch finanzieller Art. Es fehlten noch mehrere tausend Euro, sagte Grandt. Aus diesem Grund wird nun ein Kalender mit Bildern der Tour zum Papst verkauft. Auch eine von Papst Franziskus gesegnete Skulptur wollen die beiden zur Finanzierung der kommenden Tour versteigern.

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