Stand: 05.01.2016 14:23 Uhr

Eisige Stimmung - kein Skispaß auf Bungsberg?

von Katrin Bohlmann

Echte Skifans schmunzeln über die Höhe des Bungsbergs - und dennoch ist er eine touristische Attraktion in der Holsteinischen Schweiz. Viele Wintersportler fahren gerne und immer wieder auf dem Bungsberg Ski und Schlitten. Mit seinen 167 Metern ist er die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein. Seit mehr als 40 Jahren ist der dazu gehörige Skilift in der Gemeinde Schönwalde (Kreis Ostholstein) eine feste Institution. Doch in dieser Wintersaison ist er bis jetzt nicht einsatzbereit.

Vergiftete Stimmung

Schleswig-Holsteins einziger Ski-Lift ist noch nicht einmal aufgebaut. Denn es gibt Streit zwischen dem Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) und dem Betreiber, der Familie Schnoor. Beide Parteien seien seit langem zutiefst zerstritten - die Stimmung sei vergiftet, sagt ein Schönwalder. Dabei soll es bald schneien und die Winterfreunde stehen in den Startlöchern.

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Skilift gehört der Gemeinde, das Land einer Familie

Der Gemeinde gehört der Skilift, der auf dem Privatgrundstück der Familie Schnoor steht. Sie betreibt im Auftrag von Schönwalde seit Jahrzehnten den Skilift. Die Einnahmen daraus teilen sich beide: die Gemeinde und die Familie. Im Sommer haben die Grundstückseigentümer den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt. "Es reicht", sagte Alexandra Schnoor damals. Ihre Familie hatte bisher kostenlos das Land für den Skilift zur Verfügung gestellt.

Es gab viele Vorfälle und Streitigkeiten, die zu dieser jetzt festgefahrenen Situation geführt haben. So wirft die Familie Schnoor Bürgermeister Plötner vor, Verbote missachtet, Schilder widerrechtlich abgehängt und ein Feuerwerk auf dem Bungsberg genehmigt zu haben - ohne vorher mit ihnen darüber gesprochen zu haben. Der Bürgermeister weist alle Anschuldigungen von sich.

Vermittler will Streit schlichten

Sollte es den Skilift nach einer mehr als 40-jährigen Tradition zukünftig nicht mehr geben? Robert Trede, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindebeirats "Schönwalde aktiv" will helfen. Seit Wochen versucht er zwischen Bürgermeister und Betreiber zu vermitteln und den Streit zu schlichten. Zahlreiche Gespräche liefen bereits, zunächst mit beiden Parteien am Tisch, dann getrennt. Jetzt scheint es einen leichten Hoffnungsschimmer zu geben.

In etwa vier Tagen könnte der Skibetrieb starten

Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord könnte es Ende der Woche zu einer Einigung kommen. Und auch Schönwaldes Bürgermeister Plötner ist zuversichtlich, dass der Skilift bald aufgebaut werden kann. "Wenn wir uns geeinigt haben, kann ich binnen eines Tages den Skilift aufbauen. Dann müssen wir in Bayern anrufen, damit der TÜV aus München hier hochkommt, um die Anlage abzunehmen. Dann können wir den Skilift in Betrieb nehmen. Drei bis vier Tage - dann kann das losgehen."

Fehlt nur noch der Schnee. Liege der aber erst einmal, sei es zu spät für den Skilift-Aufbau, sagt Schönwaldes Bauhofleiter Peter Schneider. "Dann können wir den Lift nicht mehr auf den Bungsberg bringen." Und das heißt für alle Ski- und Rodelfans: Sie müssen per pedes den Berg erklimmen.

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