Stand: 16.07.2017 13:00 Uhr

Ein weltmeisterliches Vorhaben in Malaysia

Tüfteln, Sponsoren suchen, schrauben - und dann geht es auf Knopfdruck in rasendem Tempo über eine 20 Meter lange Rennstrecke. Es geht um Zeit, technische Finesse und die richtige Präsentation. Die Rede ist vom Wettbewerb "Formel 1 in der Schule", wo Schüler-Teams mit Mini-Rennwagen um die schnellste Zeit kämpfen. Angetrieben werden die 17 bis 21 Zentimeter kleinen Flitzer von Gaspatronen, die sich beim Start auf Knopfdruck entladen. Ein Team des Gymnasiums Kronshagen (Gymkro) belegte bei der deutschen Meisterschaft Platz zwei. Jetzt haben die Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren die Möglichkeit, bei der Weltmeisterschaft in Malaysia im September anzutreten.

Spenden sammeln für den großen Traum

Der Preis für das Vorhaben ist jedoch hoch: 30.000 Euro brauchen die Nachwuchs-Tüftler mindestens für die Neuentwicklung des Fahrzeugs und die Teamreisekosten. Außerdem müssen die Gymkro-Schüler Sponsoren finden. Das Vermarkten des Teams "Pioneers" und des Wagens gehört ebenfalls zum Wettbewerb. In den vergangenen Wochen waren Linus, Hanno, Fiete, Bendix, Carl und Jorina unterwegs, um Sponsoren zu suchen - und das erfolgreich: Das Geld haben sie zusammen.

Auf Details kommt es an

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Die 17 bis 21 Zentimeter kleinen Rennwagen werden von Gaspatronen angetrieben, die sich beim Start auf Knopfdruck entladen.

Das ist vor allem Jorina zu verdanken. Die 16-Jährige kümmert sich bei den "Pioneers" um das Marketing. Neben Sponsoren zu finden und sich um die Werbung für das Projekt zu kümmern, musste Jorina aber auch an Details wie die Teamkleidung denken: "Wenn man nach Malaysia fährt und gar keine richtige Teamidentität nach außen zeigt, kann das mit einer guten Platzierung eigentlich nichts werden", sagt die Schülerin.

Linus ist Manager des Teams. Der 18-Jährige behält den Überblick und koordiniert die Zusammenarbeit mit Partnern - wie beispielsweise der Fachhochschule Kiel. Die technischen Details zum Rennauto hat er alle im Kopf. Das ist wichtig, denn anders als bei der deutschen Meisterschaft, dürfen die Schüler bei der WM in Kuala Lumpur mit der Jury diskutieren und erklären, warum sie welche Schraube an welcher Stelle gesetzt haben. Die nächste Herausforderung für das Team lautet also: Englisch lernen. "So etwas wie: 'Was heißt Rollwiderstand auf Englisch?', das ist bei uns allen nicht unbedingt im Kopf", verrät Jorina.

Schüler für technische Berufe begeistern

"Formel 1 in der Schule" wurde 1999 in England gegründet. Das ist ein multidisziplinärer, internationaler Technologie-Wettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 19 Jahren einen Miniatur-Formel-1-Rennwagen am Computer entwickeln, fertigen und anschließend ins Rennen schicken.

Der Wettbewerb besteht aus folgenden Teilen:

  • Die Konstruktion eines Miniatur Formel 1 Rennwagens in 3D CAD
  • Die Fertigung mit einer CNC-Fräsmaschine und Lackierung
  • Die Vermarktung und das Suchen von Sponsoren (Marketing)
  • Die Teilnahme an den Meisterschaften mit Präsentation, Teambox, Portfolio und Zeitrennen

Der Gewinner wird anhand einer Punktevergabe ermittelt. Nur ein Viertel der Punkte können dabei über das eigentliche Rennen, Reaktionszeit und Rennzeit, erzielt werden. Unter anderem fließen auch die Fertigungsqualität, der Entwicklungsprozess des Fahrzeugs und die Teampräsenz mit in die Bewertung ein.

Jährlich nehmen insgesamt mehr als eine Million Jugendliche daran teil. Seit der Gründung des Wettbewerbs sind es mehr als 20 Millionen Schüler gewesen. Ziel ist es, Schüler an eine technische Berufslaufbahn heranzuführen.

Weitere Informationen

Nachwuchs-Technik-Profis ganz groß

120 Nachwuchsingenieure machen mit beim "Nordmetall Cup Formel 1 in der Schule" in Elmshorn. Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft und zur Weltmeisterschaft sind auch die "Gasmonkeys" aus Neumünster. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 20.07.2017 | 05:20 Uhr

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