Stand: 01.12.2016 12:50 Uhr

EU-Regel: Nicht mehr als fünf Dorsche pro Tag

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Im Februar und März dürfen Hobbyangler künftig nur noch drei Dorsche pro Tag aus der westlichen Ostsee ziehen.

Die Fachleute sind sich einig: der Dorsch in der westlichen Ostsee ist in Gefahr - der Bestand schrumpft von Jahr zu Jahr. Deshalb hat die Europäische Union (EU) bereitst niedriegere Fangmengen für die Berufsfischer festgelegt. Und jetzt gelten auch für Hobbyangler strengere Regeln.

Bußgelder bei Verstößen

Nur noch höchstens fünf Dorsche pro Tag dürfen Freizeitfischer ab Januar angeln. Während der Laichsaison im Februar und März sind nur noch drei Dorsche pro Tag erlaubt. Das Umweltministerium betont, dass diese Regel gilt, egal ob die Dorsche vom Boot, von Seebrücken oder vom Strand aus gefangen werden. Wenn ein Angler diese Grenze erreicht, ist es ihm nicht erlaubt gezielt weiter auf Dorsch zu angeln - auch wenn die zu viel geangelten Dorsche anschließend wieder zurückgesetzt werden. Bei Verstößen kündigte das Umweltministerium Bußgelder an. Wenn die Bestände nicht geschont werden, gebe es weder für den Dorsch noch für die Dorschfischerei eine Zukunft, mahnte Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

85 Prozent der Bestände in kritischem Zustand

Die Merresschutzorganisation Oceana hatte erst vor drei Wochen eine neuen Studie zur Überfischung der europäischen Gewässer veröffentlicht. Entstanden war sie unter Leitung von Rainer Froese, einem Fischereiexperten am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Danach befinden sich etwa 85 Prozent der Bestände in einem kritischen Zustand. Die Studie schlägt vor, dass die Dorschbeständen einige Jahre Zeit bekommen, sich zu erholen. Dazu müssten Hobby- und Berufsfischer nachhaltiger arbeiten. Laut der Studie lässt sich dadurch beim Dorsch eine Verdreifachung der Fangmenge erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.12.2016 | 13:00 Uhr

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