Stand: 09.03.2016 10:56 Uhr

Dräger: Viele Aufträge, aber wenig Gewinn

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gar nicht so schlecht aus: Der Lübecker Technologiekonzern Dräger hat im Geschäftsjahr 2015 beim Umsatz und bei den Aufträgen ordentlich zugelegt. Problematisch allerdings: Der Gewinn ist eingebrochen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging um fast 63 Prozent auf rund 67 Millionen Euro zurück. Dräger will deswegen an die Personalkosten ran. Am Standort Lübeck sollen 200 Arbeitsplätze abgebaut werden, insgesamt streicht der Konzern 350 Stellen. Sollte das nicht ausreichen, will Dräger "über die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen entscheiden".

Abfindungen für Mitarbeiter

Schon 2014 hatte Dräger ein Programm mit dem Namen "Fit for Growth" gestartet. Damit sollten im Unternehmen Kosten gesenkt werden sollten. Dieses Programm soll nun "intensiviert und ergänzt werden". Unter anderem will Dräger auch bei externen Dienstleistern sparen. Der Stellenabbau soll laut Unternehmen sozialverträglich erfolgen. Mitarbeitern werden Abfindungen angeboten. Außerdem will das Unternehmen bei der beruflichen Neuorientierung helfen. 2016 und 2017 sollen die Kosten um insgesamt 100 Millionen Euro gedrückt werden.

Dräger in 190 Ländern vertreten

Der Weltkonzern beschäftigt weltweit nach eigenen Angaben aktuell rund 13.500 Menschen. Hauptsächlich produziert Dräger in Lübeck - aber auch in China, Großbritannien, in den USA und in Südafrika fertigt das Unternehmen seine Produkte. Insgesamt ist die Firma in mehr als 190 Ländern vertreten. Unter dem Dach von Dräger arbeiten die als selbstständige Gesellschaften gegründeten Geschäfts-Sparten Medizintechnik (Medical) und Sicherheitstechnik (Safety). Den Bereich Luft- und Raumfahrttechnik hatte Dräger 2003 an die britische Cobham Gruppe verkauft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.03.2016 | 12:00 Uhr