Stand: 07.12.2017 17:46 Uhr

Digitale Technik erleichtert Blindgängersuche

Die Luftbildauswerter vom KampfmitteIräumdienst in Groß Nordsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) suchen nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei ihrer Arbeit können die Experten auf 78.000 alte Luftbildaufnahmen der Engländer zurückgreifen. Die Bilder wurden vor zwölf Jahren zum ersten Mal digitalisiert. Nun konnten sie mit noch höherer Auflösung eingescannt werden. Das erleichtert den Auswertern den Job.

Alan Bock Leiter Luftbildauswertung sitzt vor einem Monitor und wertet Bildmaterial aus. © NDR

Blindgängersuche mit Luftbildaufnahmen

Schleswig-Holstein Magazin -

In 90 Gemeinden Schleswig-Holsteins ist es Pflicht, sein Baugrundstück auf mögliche Blindgänger untersuchen zu lassen. Digitalisierte Luftaufnahmen helfen bei der Suche.

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Höhere Auflösung macht Strukturen besser sichtbar

Der Leiter der Luftbildauswertung, Alan Bock, zeigt an einem Bildschirm die Vorteile eines neuen Scans: "Hier sieht man ganz klar die einzelnen Strukturen der Bombentrichter. Das sind satte Töne. Ich kann Bildfehler und Gebäudestrukturen besser erkennen." Die Experten suchen nach stecknadelkopfgroßen Punkten. So klein sind Blindgänger auf den Luftbildern. Kai Jensen hat einen in Glinde im Kreis Stormarn entdeckt: "Hier haben wir diese ein bis drei Meter großen Löcher im Durchmesser. Die kann ich auf dem neuen Scan sehr gut erkennen."

Fünf Experten bearbeiten 3.000 Anträge pro Jahr

45.000 Tonnen Munition wurden im Zweiten Weltkrieg über Schleswig-Holstein abgeworfen. Die Experten stehen bei ihrer Arbeit unter großem Zeitdruck. Denn Bauherren, die ein Grundstück gekauft haben, auf denen Fliegerbomben vermutet werden, wollen schnell eine Freigabe, damit sie bauen können. Mittlerweile ist das Team der Luftbildauswerter auf fünf Mitarbeiter gewachsen. 3.000 Anträge sollen sie jedes Jahr abarbeiten. Vor zehn Jahren waren es gerade mal 200. Doch nachdem 90 Gemeinden im Land die Untersuchung durch den Kampfmittelräumdienst zur Pflicht gemacht haben, wächst die Belastung. "Wir müssen schon relativ schnell arbeiten. Viele Bilder in kurzer Zeit anschauen. Gut ist, dass wir die jetzt nicht mehr einzeln aus dem Schrank holen müssen", sagt Kai Jensen.

Baustopp bei Blindgängerfund

Im Einzelfall ziehen die Experten aber auch nochmal das Originalbild hinzu. Im Verdachtsfall schauen sie zu zweit genau hin. Von ihrer Entscheidung hängt viel ab - ob weiter gebaut werden darf oder ob eine teure Entschärfung auf den Bauherren zukommt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 07.12.2017 | 19:30 Uhr

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