Stand: 26.01.2016 09:06 Uhr

Der Norden will gemeinsam durchstarten

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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (beide SPD) wollen eine intensive Wirtschaftskooperation.

Um die Wirtschaft voranzubringen, setzen Schleswig-Holstein, Hamburg und Skandinavien auf eine Kooperation. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts sollen gemeinsam große Projekte wie die A 20-Fertigstellung und die feste Fehmarnbeltquerung umgesetzt werden. "Olaf Scholz und ich sind getragen von der Überzeugung, dass wir nur gemeinsam etwas bewegen können für den Norden", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Rande einer Diskussionsveranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates am Montagabend in Kaltenkirchen. Auch die schwedische Honorarkonsulin Glenny Holdhof machte dabei deutlich, wie wichtig die Kooperation zwischen den norddeutschen Bundesländern und Skandinavien für die gute wirtschaftliche Entwicklung ist.

Es geht nur miteinander

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Die Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates fand im Logistikzentrum des Staplerherstellers Jungheinrich statt. Torsten Albig lässt sich alles erklären.

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit sei von "existentieller Bedeutung für Schleswig-Holstein", sagte Albig. Er wies auch auf die wechselseitigen Abhängigkeiten hin. "Hamburg und Schleswig-Holstein sind miteinander verwoben, und keiner kann sich ohne den anderen weiterentwickeln." Das beste Beispiel sei der Hamburger Hafen, der "als größter Jobmotor Schleswig-Holsteins auch unser Hafen ist". Albig und Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) lobten auch den A 7-Ausbau mit einem Koordinator.

Fehler sollen sich nicht wiederholen

Schleswig-Holsteins Regierungschef räumte allerdings auch Fehler ein, die in der Vergangenheit gemacht wurden. "Wir haben in Deutschland infrastrukturmäßig in den letzten Jahrzehnten nicht das geliefert, was wir hätten liefern müssen. Und das stellen wir jetzt ab." Im nächsten Jahrzehnt werde das Land "wieder schier gemacht", so der SPD-Politiker. Nach Ansicht von Albig ist die Region nach Ausbau der A 7 und Weiterführung der A 20 mit Elbquerung , genau der richtige Standort, "um in Nordeuropa erfolgreich zu den Kunden zu kommen".

Liebing fordert mehr Dynamik

Doch der schleswig-holsteinische CDU-Landesvorsitzenden Ingbert Liebing ist mit der Verkehrspolitik der Landesregierung nicht einverstanden. Die zentralen Verkehrsprojekte hätten eine europäische Dimension und würden die Metropolregion Hamburg mit Skandinavien verbinden. Es müsse mehr Dynamik in die wirtschaftliche Entwicklung kommen, "damit wir die Chancen von Digitalisierung und Globalisierung auch nutzen können", sagte Liebing.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 26.01.2016 | 08:00 Uhr