Stand: 16.02.2016 19:07 Uhr

"Delfie" und "Selfie" - die Stars der Förde

Delfine gucken ist für viele ein Höhepunkt des Urlaubs - im Süden wohlgemerkt. "Dolphin Watching" heißt das dann. Das gibt es jetzt auch in Flensburg, obwohl an der dänischen Grenze gerade dünne Eisschollen auf der Förde treiben. Die Crew des Ausflugsschiffes "Möwe" hat ihre Winterpause unterbrochen und bietet Fahrten zu den Delfinen an. Eigentlich sollte es am Sonntag nur ein Kindergartenausflug mit 20 kleinen Passagieren werden, dann fragte aber der Ehemann der Kindergärtnerin im Internet, ob sonst noch jemand mit will. Viele wollten. 150 Gäste meldeten sich.

"Dolphin Watching" in der Flensburger Förde

Zwei Mal täglich zu den Delfinen

Die ersten Touren zum "Dolphin Watching" waren ein voller Erfolg. Die Delfine schwammen ganz dicht am Boot. Ein Tier sprang eindrucksvoll in die Höhe. "Wir haben Delfine gesehen ohne Ende. Das war ein tolles Erlebnis für die Kinder. Wir haben so viele fröhliche Kinder gehabt und so viele fröhliche Eltern - es war super", sagte Passagier Jörn Clausen. Für Kapitän Hans Peter Ketelsen und seinen Matrosen Rainer Mischewski auf der "Möwe" heißt es jetzt täglich um 12 und 14 Uhr: "Leinen los!"

Sind die Delfine alte Bekannte?

Videos
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Taucher trifft Delfine: "Es ist unglaublich"

12.02.2016 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin

Eigentlich arbeitet Stephan Thomsen als Einsatztaucher bei der Feuerwehr. Jetzt ist er privat ins Wasser gestiegen - um die Delfine in der Flensburger Förde zu treffen und zu filmen. Video (03:25 min)

Seit dem 7. Februar sind die Delfine die Stars der Flensburger Förde. Zunächst sichteten Angler die Delfine. Die Tiere begleiteten minutenlang ihr Boot in der Innenförde, sprangen aus dem Wasser und suchten offenbar die Nähe zum Menschen. Einige Tage später begegneten Einsatztaucher der Flensburger Berufsfeuerwehr den Delfinen. Die Tiere ließen sich unter Wasser stundenlang filmen. "Es ist unbeschreiblich", sagte Taucher Stephan Thomsen dem Schleswig-Holstein Magazin: "Das macht schon irgendwas mit einem, ich kann es nicht beschreiben. Also seit gestern habe ich gute Laune."

Eines der beiden Tiere hat eine markante Einkerbung an der Rückenflosse. Meeresbiologen gehen deshalb davon aus, dass es sich um dieselben Delfine handelt, die vor wenigen Wochen in der Lübecker Bucht bei Scharbeutz und Neustadt und zuvor in Schweden gesichtet wurden: Dort wurden die beiden "Selfie" und "Delfie" genannt.

Können die Tiere in der Förde überleben?

Der natürliche Lebensraum der Großen Tümmler sind die Nordsee und der Atlantik. Sie können eine Größe von zwei bis vier Meter erreichen und gehören wie andere Delfinarten zu den Zahnwalen. Auf der Jagd nach Nahrung dringen sie gelegentlich in die Ostsee vor. Vor der deutschen Ostseeküste wurden nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums nur insgesamt fünf Tümmler beobachtet. Die Überlebenschancen für die Tümmler hält Museumschef Harald Benke für "gut". Die Tiere seien in der Lage, große Strecken zurückzulegen. Mit den Heringen gebe es auch genügend Nahrung für die Delfine in der Ostsee. Auch seien die Tiere kalte Temperaturen gewohnt.

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Delfine zurück in Flensburger Förde

18.02.2016 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin

Die beiden Delfine in der Flensburger Förde sind nach zwei Tagen Abwesenheit wieder aufgetaucht. Stephan Thomsen und Tobi Kaiser konnten sie unter Wasser filmen. Video (01:01 min)

Delfine sorgen für Neujahrs-Überraschung

Seenotretter haben in Grömitz eine Überraschung erlebt: Zwei Delfine begleiteten ihren Seenotrettungskreuzer bei einer Kontrollfahrt - später tummelten sie sich im Jachthafen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 12.02.2016 | 19:30 Uhr