Stand: 08.01.2016 15:21 Uhr

Dänemark schickt mehr als 100 Flüchtlinge zurück

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Die dänische Polizei kontrolliert rund um die Uhr die größeren Grenzübergänge und auch die Züge.

Für Flüchtlinge, die nach Schweden wollen, haben sich die Hürden deutlich erhöht. Schon in Bayern schickt die Bundespolizei nach eigenen Angaben seit drei Wochen täglich bis zu 100 Menschen nach Österreich zurück, die kein Asyl in Deutschland beantragen wollen. Wer das dennoch vorgibt, kommt an der deutsch-dänischen Grenze nicht weiter. Seit Montag kontrolliert die dänische Polizei rund um die Uhr die größeren Übergänge nördlich von Flensburg und auch die Züge. "Wir überprüfen, ob die Einreisenden sich legal in Dänemark aufhalten dürfen. Das heißt, sie brauchen einen Pass und auch ein Visum, wenn sie aus einem Land mit Visumspflicht kommen", sagte Palle Linné von der süddänischen Polizei dem Schleswig-Holstein Magazin.

Flucht endet unfreiwillig in Flensburg

Nach Angaben von Helfern am Flensburger Bahnhof reichte bisher ein Pass ohne Visum aus, um durch Dänemark nach Schweden reisen zu können - ebenso, wie an der Grenze zu Schweden: Dort bräuchten die Flüchtlinge nach Informationen von NDR 1 Welle Nord nur einen einfachen Ausweis zur Einreise. Da aber kaum ein Flüchtling gültige Papiere mit einem entsprechenden Visum für Dänemark habe, sei für fast alle die Flucht in Flensburg zu Ende.

Bisher zehn mutmaßliche Schleuser festgenommen

Von Montag bis Donnerstag kontrollierten Beamte insgesamt 9.600 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze. Nach eigenen Angaben verweigerten sie 108 Flüchtlingen die Einreise. Außerdem wurden zehn mutmaßliche Schleuser festgenommen. Inwieweit diese die zwölf kleineren und nur gelegentlich kontrollierten Grenzübergänge ansteuern würden, gab die Polizei nicht bekannt.

Entspannte Situation in Erstaufnahmen

Im Vergleich zu den vergangenen Wochen reisen deutlich weniger Flüchtlinge durch Schleswig-Holstein. Die Notquartiere in Flensburg sind in einigen Nächten sogar leer. Der befürchtete Rückstau blieb aus. Auch an den Erstaufnahmen im Land hat sich die Situation entspannt. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten zählte zuletzt noch etwa 200 neue Flüchtlinge pro Tag. Trotzdem hält das Innenministerium an den Plänen für neue Unterkünfte fest.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.01.2016 | 13:00 Uhr