Stand: 24.02.2016 21:58 Uhr

CDU-Politiker tritt nach Mitgliederwerbung zurück

Nach den jüngsten Schlagzeilen um die CDU-Kandidatenaufstellung zur Landtagswahl im Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig hat einer der beteiligten Kommunalpolitiker Konsequenzen gezogen. Timo Kux erklärte am Mittwochabend überraschend seinen Rücktritt von verschiedenen politischen Ämtern. Er war bislang unter anderem stellvertretender Landrat im Kreis Schleswig-Flensburg und Chef der CDU-Fraktion im dortigen Kreistag.

Eintritt, Wahl, Austritt?

Der CDU-Funktionär und Unternehmer soll in der Umkleidekabine des von ihm gesponserten Vereins VfB Schuby Aufnahmeanträge für die CDU verteilt haben - und gleichzeitig Austrittsformulare. Die Mitgliedsbeiträge wollte Timo Kux angeblich auch zahlen. Die Fußballspieler sollten in seinem Sinne bei einer CDU-Versammlung die Landtagsabgeordnete Heike Franzen erneut nominieren, berichtete das "Flensburger Tageblatt". "Ich habe nie nur kurzfristige Eintritte zwecks Stimmabgabe angestrebt", erklärte Kux dazu am Mittwochabend in einer Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: "Sofern der Eindruck entstanden ist, bei meinem Werben um einen Eintritt in die CDU hätte ich - eine in Wirklichkeit gar nicht gegebene - wirtschaftliche Abhängigkeit der Sportler von meinen finanziellen Zuwendungen für den VfB Schuby ausnutzen wollen, so bedauere ich dies zutiefst. Das habe ich nicht gewollt."

Auch Gegenkandidat wirbt kurzfristige Mitglieder

Heike Franzen unterlag allerdings dem Erfder Bürgermeister Thomas Klömmer. Der hatte vor seiner Wahl per WhatsApp Bekannte darum gebeten, zumindest vorübergehend in die Partei einzutreten. Angesichts der Unruhe in der Nord-CDU um die Kandidatenaufstellung in Dithmarschen-Schleswig hatte sich zuletzt Landeschef Ingbert Liebing an die Funktions- und Mandatsträger der Partei gewandt und einen fairen Umgang miteinander und das Einhalten von Regeln angemahnt.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.02.2016 | 06:00 Uhr