Stand: 25.02.2016 16:13 Uhr

CDU: Nun tritt auch Thomas Klömmer zurück

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Thomas Klömmer wurde Mitte Februar zum CDU-Landtagskandidaten im Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig gewählt.

Die schleswig-holsteinische CDU kommt nicht zur Ruhe. Nach Kommunalpolitiker Timo Kux tritt nun auch der frisch gekürte CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig, Thomas Klömmer, zurück. "Mit meinem Verzicht auf die Kandidatur möchte ich einen Neustart im Wahlkreis ermöglichen und einen eigenen Beitrag für die Glaubwürdigkeit der CDU und die politische Kultur leisten", erklärte der 33-jährige Bürgermeister aus Erfde am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Eine neue Kandidatur für die Landtagswahl 2017 strebe er nicht an. Der bei der Nominierung in der Stichwahl unterlegene Heider Kommunalpolitiker Andreas Hein kündigte nach Informationen von NDR 1 Welle Nord an, sich erneut bewerben zu wollen.

CDU will Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen

Klömmers Parteikollegen zollten dem Rücktritt Respekt. "Ich begrüße die Entscheidung von Thomas Klömmer, seine Kandidatur im Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig zurückzuziehen und somit den Weg für einen Neustart frei zu machen", teilte der CDU-Landeschef Ingbert Liebing mit. "Er leistet damit einen Beitrag, dass wir zu einem Neustart in dieser schwierigen Situation kommen können, dass wir wieder Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die politische Kultur finden", sagte Schleswig-Flensburgs CDU-Kreisvorsitzender Johannes Callsen dem Schleswig-Holstein Magazin. Der Rücktritt sei ein klarer Schnitt, der einen soliden Neustart ermögliche.

In die CDU nur für die Wahl?

Im Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig hatte sich Thomas Klömmer Mitte Februar unter anderem gegen die stellvertretende Landesvorsitzende Heike Franzen durchgesetzt. Unterstützt wurde er dabei auch von 80 Neu-Mitgliedern der CDU, die er zuvor persönlich angeworben hatte. Er hatte seinen Unterstützern freigestellt, nur vorübergehend in die CDU ein- und nach seiner Wahl wieder auszutreten.

Aufnahmeanträge und Austrittsformulare

Kurz darauf war bekannt geworden, dass auch CDU-Funktionär und Unternehmer Timo Kux auf ähnliche Weise versucht haben soll, Neu-Mitglieder zu gewinnen. Er soll in der Umkleidekabine des von ihm gesponserten Vereins VfB Schuby Aufnahmeanträge und Austrittsformulare für die CDU verteilt haben. Die Mitgliedsbeiträge wollte Timo Kux angeblich auch zahlen. Die Fußballspieler sollten bei einer CDU-Versammlung die Landtagsabgeordnete Heike Franzen nominieren, berichtete das "Flensburger Tageblatt". Franzen will wie Klömmer nicht erneut um die Wahlkreiskandidatur bewerben.

Neumitgliedern treten wieder aus

In die CDU eintreten - und nach getätigter Abstimmung wieder austreten? Kreisvorsitzender Johannes Callsen sagte dem Schleswig-Holstein Magazin, dass mehrere Neumitglieder offenbar nicht bereit sind, den Mitgliedsbeitrag für die CDU zu bezhahlen. Es habe mehrere Fälle gegeben, "wo dem Beitragseinzug gegenüber der Bank widersprochen wurde". Zu den Gründen konnte er nichts sagen. Außerdem hätten einige neue Mitglieder der Partei wieder dem Rücken gekehrt. "Wir hatten heute zwei Austritte von Neumitgliedern, die im Vorfeld der Nominierung der CDU in Pahlen beigetreten waren."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.02.2016 | 16:00 Uhr