Stand: 10.03.2016 12:15 Uhr

CDU-Antrag abgelehnt - Krippengeld kommt

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Sozialministerin Alheit von der SPD will daran festhalten, Familien bei den Kita-Kosten zu entlasten.

Es bleibt dabei: Eltern werden ab 2017 bei den Kosten für einen Krippenplatz um 100 Euro pro Kind und Monat entlastet. Ein Antrag der CDU, das Geld stattdessen dafür zu nutzen, die Qualität in den Einrichtungen zu verbessern, wurde vom Landtag am Donnerstag abgelehnt. In der Debatte warf CDU-Fraktionschef Daniel Günther der Landesregierung vor, dass sie das Geld auf dem Rücken der Kommunen auszahle. Deren Anteil an der Kita-Finanzierung sei in den letzten Jahren stark gestiegen, so Günther. Ministerin Kristin Alheit (SPD) wies darauf hin. dass das Land den Kommunen allein 2016 210 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

100 Euro monatlich für Krippenkinder

Konkret will die Landesregierung Eltern von Kita-Kindern bis drei Jahren um 100 Euro monatlich bei den Beiträgen entlasten. Das Geld soll unabhängig vom Einkommen ausgezahlt werden. Dafür sind im Haushalt 2017 rund 23 Millionen Euro eingeplant. Laut Sozialministerium zahlen Eltern im Schnitt bislang 210 Euro pro Monat. Teilweise liegen die Monatsbeiträge aber auch bei 400 oder 500 Euro. Kita koste für Familien im Norden zu viel, sagt Ministerin Alheit. Das wolle die Koalition ändern.

Krippengeld als Wahlgeschenk?

Auch bei der FDP kommt das Vorhaben nicht gut an. Anita Klahn von den Liberalen hält das Krippengeld für eine "sozialdemokratische Wählerprämie", die Familien nicht wirklich enlaste. Die SPD-Abgeordnete Serpil Midyatli sagte in der Debatte: "Kein Kind darf aus Kostengründen von einem Kita-Besuch abgehalten werden."

Hohe Kita-Quote im Norden

In Schleswig-Holstein werden derzeit 110.600 Kinder in 1.800 Einrichtungen und bei 1.700 Tagespflegerinnen betreut. Bei Kindern unter drei Jahren beträgt die Betreuungsquote 31 Prozent. Das ist der höchste Wert aller westdeutschen Flächenländer.