Stand: 16.03.2016 19:11 Uhr

Bund forciert Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals

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Der Nord-Ostsee-Kanal soll vertieft werden - für 263 Millionen Euro.

Der Bund will in den nächsten Jahren eine Milliardensumme in den Aus- und Neubau von Straßen und Wasserstraßen in Schleswig-Holstein investieren. Das geht aus dem Bundesverkehrswegeplan hervor, den Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch in Berlin vorgelegt hat. Der Plan ist die Grundlage für den Erhalt und Ausbau des Verkehrsnetzes in Deutschland bis zum Jahr 2030. Von den Kosten-Nutzen-Bewertungen hängt ab, für welche Vorhaben der Bund künftig Geld zur Verfügung stellt.

In die höchste Kategorie "vordringlich plus" fällt unter anderem die Vertiefung des Nord-Ostsee-Kanals. Dieses Vorhaben soll vorrangig behandelt werden. Stand heute kostet diese 263,4 Millionen Euro.

800 Millionen Euro für Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals

Als größte Überraschung gilt, dass Berlin etwa 790 Millionen Euro in den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals stecken will. Er wurde als "vordringlich" eingestuft. Dahinter stecken die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, die Binnenwasserstraßen mit der Ostsee zu verbinden.

Gute Chancen für Ausbau A 23 und A 21 bis Schwarzenbek

Auch der sechsspurige Ausbau der A 23 zwischen Tornesch (Kreis Pinneberg) und Hamburg-Eidelstedt fallen laut Bundesverkehrswegeplan unter die Projekte, die in Schleswig-Holstein als nächstes angegangen werden. Die gleiche hohe Priorität erhielt der vierspurige Ausbau der A 21 von Bargteheide bis Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg).

Als "vordringlich" - also eine Kategorie darunter - stuften die Experten den Ausbau von A 20 und B 5 ein. Die östliche Elbquerung bis Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) im weiteren Verlauf der A 21 hat so gut wie keine Chance, bis 2030 realisiert zu werden. Sie wird lediglich in der Kategorie "weiterer Bedarf" aufgeführt.

Staatssekretär: "Fragezeichen bei Finanzierung"

Insgesamt will der Bund in Schleswig-Holstein für neue, laufende und fest disponierte Vorhaben im Bereich Straße drei Milliarden Euro ausgeben. Wie lange es dauert, bis an den Baustellen tatsächlich die Bagger rollen, steht allerdings noch nicht fest. "Wir sehen noch Fragezeichen bei der Finanzierung", sagte Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele. Finanzierung und Planung werden durch den Bundesverkehrswegeplan nicht festgelegt. Bis Anfang Mai kann über den Entwurf des Plans erst mal diskutiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.03.2016 | 18:00 Uhr