Stand: 13.01.2016 16:01 Uhr

Bewegung auf Europas größter Wasserbaustelle

Nach wochenlangen Verzögerungen haben in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) die Arbeiten für die Baugrube der neuen fünften Schleusenkammer begonnen. Mitarbeiter des Generalunternehmers sind dabei, die nördliche Seitenwand der Kammer zu errichten - 40 Meter tief und 350 Meter lang. Die Schleusenbaustelle in Brunsbüttel gilt als größte Wasserbaustelle Europas. Die neue Kammer soll Platz für größere Schiffe bieten und die anderen Kammern entlasten. Unter anderem wegen Schwierigkeiten bei der Munitionsräumung hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Ende November eingeräumt, im Zeitplan mehrere Monate zurückzuliegen. Am Termin der Freigabe im Jahr 2020 hielt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) jedoch fest.

Spezielles Bauverfahren für Brunsbüttel

Um die massiven Wände der Schleusenkammer überhaupt bauen zu können, haben Fachleute eines deutsch-niederländischen Bauunternehmens ein speziell für Brunsbüttel bestimmtes Verfahren entwickelt. Dort macht ein sehr matschiger Boden Probleme. Die Stahlträger dürfen nicht in den Boden gerammt werden. Durch mögliche Erschütterungen könnten die daneben liegenden Kammern beschädigt werden. Erst wenn alle Wände fertig gestellt sind, können Bagger losrollen und die Baugrube ausheben. Ob der Fertigstellungstermin in vier Jahren tatsächlich gehalten werden kann, ist allerdings fraglich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 14.01.2016 | 19:30 Uhr