Stand: 28.01.2016 14:14 Uhr

Beschlossen: Soldaten ziehen in Mali-Einsatz

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Soldaten aus Hagenow bereiten sich auf Mali-Einsatz vor

Erst Ende des Monats will der Deutsche Bundestag über die Beteiligung an der UN-Mission im afrikanischen Mali entscheiden. Schon jetzt bereiten sich 140 Männer und Frauen in Hagenow auf den Einsatz vor. mehr

Die Bundeswehr übernimmt eine weitere, heikle Mission im Ausland - und wieder sind Soldaten aus Schleswig-Holstein maßgeblich daran beteiligt. Bis zu 650 Soldaten von Heer und Luftwaffe haben den Auftrag, im afrikanischen Mali den Frieden zu sichern. Der Bundestag stimmte dem Mandat am Donnerstag mit großer Mehrheit zu. 502 Abgeordnete stimmten mit Ja, 60 mit Nein und sechs enthielten sich. Das Aufklärungsbataillon 6 aus Eutin (Kreis Ostholstein) soll die verschiedenen Akteure des Konfliktes in Mali beobachten. Ein weiterer Schwerpunkt des Einsatzes wird der Objektschutz sein. Konkret geht es um den Schutz des internationalen Flughafens von Gao im Norden des Landes. Bis Anfang Juni will die Bundeswehr zunächst 400 Soldaten in das Einsatzgebiet schicken - die ersten starten bereits in den kommenden Tagen.

Der Auftrag der Soldaten: Aufklärung und Schutz

Aufklärung mit Spähpanzern und Drohnen

Die Aufklärer setzen dabei Spähpanzer vom Typ Fennek und drei verschiedene Drohnen ein - unbemannte Luftfahrzeuge vom Typ "Aladin", KZO (Kleinfluggerät Zielortung) und "Luna" (Luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung). Außerdem sind Soldaten, die sogenannten "Leichten Spähkräfte", zu Fuß unterwegs, um Gebäude zu beobachten. Das Bataillon verfügt auch über Feldnachrichtenkräfte, die durch den direkten Kontakt zu Teilen der Bevölkerung in der Lage sind, Stimmungen und Besonderheiten wahrzunehmen und einzuordnen. "Ich gehe mit Respekt in diesen Einsatz nach Westfafrika, denn es ist eine gefährliche Mission", sagt der Hauptfeldwebel, der seinen Namen aus Sicherheitsgründen nicht nennen darf.

Bundeswehr soll nicht mit Rebellen kämpfen

Kommentar

Nichtstun und Wegschauen wäre falsch!

14.01.2016 17:08 Uhr
NDR Info

650 Bundeswehrsoldaten sollen die UN-Blauhelm-Mission MINUSMA in Mali unterstützen. Der Einsatz ist alles andere als ungefährlich, dennoch sei er richtig, kommentiert Jens Borchers. mehr

Die Bundeswehr übernimmt das Lager Castor von den Niederländern. Die Soldaten sollen bei der Friedenssicherungsmission "Minusma" der Vereinten Nationen helfen. Mit dem Einsatz entlastet die Bundeswehr die niederländischen und französischen Partner. Die Bundeswehr hat aber nicht den Auftrag, Rebellen offensiv zu bekämpfen. Dafür gibt es die getrennte Mission "Barkhane" der französischen Streitkräfte. Dennoch hält der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), den erweiterten Bundeswehreinsatz für gefährlich - "vergleichbar mit Afghanistan zurzeit des Kampfeinsatzes der Nato". Seit Beginn der "Minusma"-Mission im März 2013 wurden 72 Blauhelmsoldaten getötet.

Worum geht es in dem Konflikt?

Der Norden von Mali, ein Wüstengebiet, war 2012 für wenige Monate unter die Kontrolle von islamistischen und Tuareg-Rebellen geraten. Dann intervenierte Frankreich. Auch die Niederlande sind inzwischen engagiert. Aufgabe von "Minusma" ist es, dabei zu helfen, das Friedensabkommen zwischen der Regierung in der Hauptstadt Bamako und den verschiedenen Rebellengruppen durchzusetzen. "Wir sind praktisch die Augen und Ohren für den Kommandeur von Minusma", sagt der deutsche Chef der Minusma-Aufklärungskompanie, ein 33-jähriger Hauptmann.

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"Kein Bammel" vor dem Einsatz in Mali

Die Dekontaminations-Spezialisten der 5. Kompanie in Husum bereiten sich auf ihren Einsatz im westafrikanischen Mali vor. Sie sollen beim Umbau des Bundeswehr-Zeltlagers helfen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.01.2016 | 15:00 Uhr