Stand: 12.01.2016 14:20 Uhr

Beschimpften und beraubten Flüchtlinge Juden?

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Flüchtlinge sollen auf dem Fährbahnhof in Puttgarden einen Juden ausgeraubt haben.

Zwei Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sollen einen Juden aus Frankreich auf der Insel Fehmarn beschimpft, bedrängt und beraubt haben. Nach Polizeiangaben hatte das 49 Jahre alte Opfer eine Kippa getragen und war somit am frühen Sonnabendmorgen im Warteraum des Fährbahnhofs Puttgarden als Angehöriger des jüdischen Glaubens erkennbar. Der 30-jährige Syrer und der 19-jährige Afghane sollen den Geschäftsmann als Juden erkannt und beschimpft haben. Anschließend sollen sie ihn zu Boden gerissen, auf die Hand getreten und ihm eine Umhängetasche mit Bargeld, EC-Karte, Bahnticket und Mobiltelefon gestohlen haben.

Täter kurze Zeit später festgenommen

Nach Erkenntnissen der Polizei war den beiden Flüchtlingen zuvor wegen fehlender Reisepapiere die Einreise nach Dänemark verweigert worden. Sie machten sich nach dem Vorfall mit dem Zug auf den Weg zur Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neumünster. Soweit kamen sie allerdings nicht. Beamte nahmen das Duo noch im Zug fest. Am Sonntag erließ ein Lübecker Gericht Haftbefehl gegen die beiden Männer. Er wurde unter Meldeauflagen aber außer Vollzug gesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat bislang keine weiteren Einzelheiten zu den Ermittlungen bekannt gegeben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2016 | 16:30 Uhr