Stand: 27.01.2016 10:47 Uhr

Erforscht: Baumfrosch schwingt wie ein Akrobat am Reck

Mühelos springt er von einem Baum zum anderen - und hält sich dort an jedem noch so dünnen Ast fest: der Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch. Wie macht er das nur? Nienke Bijma wollte das wissen. Deshalb erforschte die Biologiestudentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit Wissenschaftlern die Landetechniken des südamerikanischen Frosches.

Springen und kleben bleiben

Tiere bleiben am Ast kleben

Für ihre Bachelorarbeit filmte sie die Tiere mit einer Highspeed-Videokamera bei der Landung auf einem dünnen Stab von einem Zentimeter Durchmesser. Dieser war 25 Zentimeter entfernt - immerhin die rund vierfache Körperlänge des Tieres. "Nach dem Absprung strecken sie alle Viere von sich, bleiben mit Vorder- oder Hinterbein am Ast kleben und schwingen sich dann wie ein Akrobat am Reck um den Ast herum. Alternativ tut es aber auch ein Bauchklatscher", erzählt Bijma.

Das 14-fache des Körpergewichts

Bijmas Ko-Autor Doktor Thomas Kleinteich macht auf die besondere akrobatische Leistung der Tiere aufmerksam: "Wir haben herausgefunden, dass sich die Frösche mit durchschnittlich 1,34 Metern pro Sekunde durch die Luft bewegen. Bei der Landung halten die Haftscheiben an den Zehenspitzen der Frösche dann das bis zu 14-fache des Körpergewichts fest." Mit welcher Extremität der Frosch Halt am Ast findet, scheine keine Rolle zu spielen, meinte der Forscher: "Einmal im Kontakt mit dem Ast, sind selbst einzelne Haftscheiben an den Zehen stark genug, um die Tiere sicher abzufangen."

Können Tiere Landeanflug kontrollieren?

Bisherige Arbeiten beschäftigten sich nur mit der Landung von am Boden lebenden Fröschen auf ebenen Flächen. Die akrobatische Leistung von baumlebenden Arten blieb daher unentdeckt. Eine weitere Forschung soll nun zeigen, inwieweit die Tiere ihren Landeanflug aktiv kontrollieren können.

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