Stand: 09.11.2017 18:15 Uhr

Autofahrer fahren durch Vollsperrung

Eigentlich sollten die Baken und Lichtsignale alle Autofahrer Richtung Norden weiterleiten.

Mittwochabend, Feierabendverkehr auf der A 7 Richtung Norden, viele Autofahrer wollen auf dem schnellsten Weg nach Hause - doch in Richtung Kiel geht das nicht. Die Polizei hat am Bordesholmer Dreieck die Überfahrt zur A 215 gesperrt, weil in der Nähe der Anschlussstelle Blumenthal ein Tanklaster umgekippt war. Die Beamten der Autobahnpolizei Neumünster und die Bergungskräfte haben an der Unfallstelle jede Menge Arbeit - und staunen nicht schlecht - denn plötzlich fahren rund 60 Autos direkt auf die abgesperrte Unfallstelle zu. Dabei waren direkt am Autobahndreieck Warnbaken und Lichtsignale aufgestellt, um den Verkehr über die nächste Abfahrt umzuleiten. "Offensichtlich hatten sich die Verkehrsteilnehmer ohne Rücksicht auf Beschilderung und Absperrung durch die Baken geschlängelt", teilte die Polizei in Neumünster am Tag danach mit.

Bußgeld, Punkt in Flensburg - und stundenlang warten

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Die Polizei musste wegen des Vorfalls die Bergungsarbeiten auf der A 215 unterbrechen.

"Vermutlich waren viele dem Herdentrieb erlegen und folgten einfach dem einen oder anderen, der dreist und bewusst die Absperrung ignorierte", vermutet Rainer Wetzel von der Polizei in Neumünster. Für die Beamten besonders ärgerlich: Sie mussten die Bergungsarbeiten unterbrechen, um die Autos in Richtung Kiel durchzuschleusen. Als kurze Zeit später nochmal fünf Autofahrer versuchten, einfach durchzufahren, hielten die Polizisten sie an und stellten sie zur Rede. Sie müssen jetzt eine Geldbuße zahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg. Außerdem mussten sie am Mittwoch bis 22.15 Uhr an der Unfallstelle warten, denn die Polizei konnte die Bergungsarbeiten kein zweites Mal unterbrechen.

"Rücksichtslos und ignorant"

"Die Polizei rügt dieses rücksichtlose und ignorante Verhalten ausdrücklich und weist darauf hin, dass sich dadurch durchaus gefährliche Situationen an einer solchen Unfallstelle ergeben können", sagte Polizeisprecher Wetzel. Die Einsatzkräfte müssten darauf vertrauen können, sicher arbeiten zu können und nicht noch auf Dritte achten zu müssen. Bei dem Tanklasterunfall wurde der Fahrer leicht verletzt, den Schaden schätzt die Polizei auf 250.000 Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.11.2017 | 16:00 Uhr

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