Stand: 28.04.2016 12:00 Uhr

Autobahn 20: Die Chronologie der Verzögerungen

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Der Ausbau der A 20 in Schleswig-Holstein ist bereits vor Jahren ins Stocken geraten.

Die Autobahn 20 führt von Brandenburg über Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein. Vor den Toren Bad Segebergs endet sie. Dort geht die A 20 in die Bundesstraße 206 über. Im nördlichsten Bundesland stockt der Weiterbau seit Jahren. Geplant ist eigentlich eine Küstenautobahn, die Schleswig-Holstein und Niedersachsen bei Glückstadt verbindet. Schon Ende der 90er Jahre löste der Wachtelkönig einen zwischenzeitlichen Baustopp der Ost-West-Verbindung aus. Seit vier Jahren kommt das Großprojekt praktisch überhaupt nicht mehr voran. NDR.de hat eine Chronologie zusammengestellt.

2012

Die Landesregierung will die A 20 von Weede, wo sie in die B 206 übergeht, nach Wittenborn im Kreis Segeberg weiterbauen - etwa 13 Kilometer. Doch Naturschützer strengen mehrere Eilverfahren gegen die Pläne vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig an - unter anderem wegen Fledermäusen, die in den Kalkberghöhlen von Bad Segeberg überwintern. Die von der geplanten Trassenführung betroffenen Gemeinden Klein Gladebrügge und Wittenborn klagen ebenfalls. Die Leipziger Richter ordnen einen vorübergehenden Baustopp an.

2013

Das Bundesverwaltungsgericht erklärt den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt von Weede bis Wittenborn für rechtswidrig. Gefährdete Fledermäuse seien durch die Trassenführung nicht ausreichend geschützt. Außerdem seien alternative Trassen nicht ausreichend geprüft worden, so die Leipziger Richter. Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) will am Weiterbau festhalten. Der Gerichtsbeschluss verzögere den Ausbau jedoch um bis zu zwei Jahre, so Meyer. Wirtschaftsvertreter reagieren schockiert.

2014

Die Volksinitiative "A 20 sofort" übergibt mehr als 27.000 Unterschriften für den Weiterbau der Autobahn an Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU). Die Initiatoren kritisieren Verkehrsminister Meyer für angebliche Planungsfehler. Die Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW hält die von CDU und FDP geführte Vorgänger-Regierung für verantwortlich. Vom Verkehrsministerium beauftragte Experten analysieren die Flugrouten der Fledermäuse. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die geplante Trasse die Tiere nicht gefährdet.

2015

Wieder wirft eine seltene Tierart die Planungen zurück - dieses Mal auf dem Teilstück, das westlich der Autobahn 7 entstehen soll. Tierschützer entdecken in der Nähe von Hohenfelde (Kreis Steinburg) - etwa 300 Meter von der geplanten Trasse entfernt - einen Seeadlerhorst. Neue Umweltuntersuchungen werden nötig. Laut Verkehrsminister Meyer muss der Horst zunächst für zwei Jahre beobachtet werden, bevor es mit dem A-20-Bau weitergehen kann. Werden Adlerpaare gesichtet, muss die Trassenführung wohl geändert werden.

2016

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um den Bau der geplanten Elbquerung der A 20 bei Glückstadt fällt das Bundesverwaltungsgericht eine Entscheidung. Die Klagen der Gemeinde Kollmar, des Kreises Steinburg, der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen und 22 privater Kläger bleiben weitgehend ohne Erfolg. Lediglich in Sachen Naturschutz stellen die Richter einen Fehler fest. So sei in Sachen Gewässerschutz die Beteiligung der Öffentlichkeit nicht ausreichend gewesen, heißt es in der Urteilsbegründung. Auch der Brandschutz in dem Tunnel sorgte zuvor für Diskussionen. Der Bund will die Autobahn-Planung übernehmen. Das Umweltbundesamt will den Weiterbau stoppen.

Weitere Informationen

A-20-Elbquerung: Gegner scheitern vor Gericht

Das Bundesverwaltungsgericht hat die meisten Klagen gegen die geplante Elbquerung der A 20 bei Glückstadt abgewiesen. Die Richter haben aber auch einen Planungsfehler festgestellt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.04.2016 | 06:00 Uhr

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