Stand: 05.01.2016 13:39 Uhr

Angeklagte gestehen Brandstiftung in Imbiss

Im Prozess um eine schwere Brandstiftung in einem Kieler Mehrfamilienhaus haben zwei Angeklagte die Tat gestanden. Sie hätten in einem Döner-Imbiss im Erdgeschoss mehrere Liter Benzin verschüttet, sagten die 20 und 23 Jahre alten Männer vor dem Kieler Landgericht. Den Auftrag habe ihnen der Besitzer des Imbisses erteilt, um seine Versicherung zu betrügen. Er habe jedem von ihnen dafür 1.500 Euro geboten. 

"Eine Feuerwalze schoss auf mich zu"

Nach Angaben des 23-Jährigen kam es zur Explosion, als er am Rädchen seines Feuerzeugs drehte: "Ich sah Funken, dann schoss schon mit einem lauten Knall eine Feuerwalze auf mich zu." Diese fraß sich dann blitzschnell durch das Treppenhaus des Gebäudes. Etwa 30 Bewohner mussten unter dramatischen Umständen gerettet werden.

Hauptangeklagter schweigt zu Vorwürfen

Die beiden Männer hatten ihre Geständnisse zu Prozessbeginn ankündigt. Der 42-jährige Imbiss-Inhaber schweigt. Die Angeklagten erlitten bei der Tat schwere Verbrennungen, flohen aber zunächst. 

Großfeuer in Kiel zerstört Mehrfamilienhaus

Schwieriger Einsatz der Feuerwehr

Es waren dramatische Szenen in dem Mehrfamilienhaus in der Feldstraße in Kiel Ende Juni: Eine Explosion reißt in der Nacht die Bewohner aus dem Schlaf. In dem Imbiss im Erdgeschoss des betroffenen Hauses breiten sich die Flammen schnell aus. Viele Bewohner flüchten auf die Balkone ihrer Wohnungen - und sind dort praktisch gefangen. Denn die Feuerwehr kann im Hinterhof keine Drehleiter einsetzen. Nur mit großer Mühe können die Retter am Ende alle 30 Hausbewohner in Sicherheit bringen.

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