Stand: 07.01.2016 16:16 Uhr

Anbieter BIOS: Rettungsdienst-Mitarbeiter in Nöten

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Beim Rettungsdienstanbieter BIOS geht es hoch her - nicht nur im Einsatz.

Die Aussicht auf weniger Arbeitsstunden und mehr Gehalt hatte sie gelockt: Knapp 100 Sanitäter aus Deutschland wechselten im September vergangenen Jahres nach Süddänemark, um dort beim Rettungsdienstanbieter BIOS ihren Dienst anzutreten. Nun aber erheben die neuen Mitarbeiter harte Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber - viele haben bereits gekündigt oder planen das zu tun.

Streit um Geld und Arbeitszeiten

Ausstehende Löhne, Personalmangel und verspätete oder chaotische Dienstpläne - das seien die größten Probleme, berichten Mitarbeiter des Rettungsdienstanbieters BIOS. Das Unternehmen hat seinen Sitz in den Niederlanden. Ein Krisentreffen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber endete aus Sicht der Mitarbeiter enttäuschend: Angesprochene Probleme seien barsch zurückgewiesen worden, sagten Teilnehmer. Die Gespräche seien regelrecht eskaliert.

Gewerkschaft droht mit Ordnungsgeldern

Auch die dänische Gewerkschaft 3F hat die Probleme bei BIOS auf dem Schirm: Ein Gewerkschaftssprecher sagte NDR 1 Welle Nord, man werde gegen BIOS vorgehen. Schließlich sei tarifvertraglich geregelt, dass ein Dienstplan vier Wochen im Voraus feststehen muss. Häufig wisse man jedoch am Donnerstag noch nicht, wie in der kommenden Woche gearbeitet werden müsse, klagen nicht nur die neuen Sanitäter aus Deutschland. Die Gewerkschaft kann in einem solchen Fall Ordnungsgelder verhängen. Die Geschäftsführung von BIOS in Holland war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 07.01.2016 | 16:00 Uhr