Stand: 09.01.2016 10:27 Uhr

Ärger um freigelassene Einbrecher

Immer wieder gibt es Einbrüche in Häuser und Wohnungen in Schleswig-Holstein. Am Donnerstag gab es Vorwürfe des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK): Polizei und Staatsanwälte würden Verdächtige zu oft wieder auf freien Fuß lassen. Die Behörden wiesen diesen Vorwurf zurück. Nun gibt es einen weiteren Fall - dieses Mal in Kiel.

Mutmaßlicher Einbrecher geschnappt - und gleich wieder frei gelassen

Es war eine spektakuläre Festnahme kurz vor Weihnachten: Die Behörden in Kiel hatten vorsorglich einen Aufklärungshubschrauber in Bereitschaft versetzt. Dessen Einsatz führte zum Erfolg: Zwei aus Albanien stammende Männer wurden nachts mit Diebesgut aufgegriffen und festgenommen. Bei einem der Beiden sahen die Ermittler einen dringenden Tatverdacht und beantragten Untersuchungshaft. Dem Amtsgericht reichten die Hinweise nach Darstellung der Staatsanwaltschaft aber nicht aus, der Mann kam auf freien Fuß.

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Verdächtiger erneut festgenommen

Während die Ermittlungen weiter liefen, wurde er Donnerstagabend erneut festgenommen, gemeinsam mit zwei weiteren Männern - in der Nähe von zwei Einbruchsorten. Bei einer Überprüfung der 20-, 21- und 26-jährigen Albaner, die im Kreis Plön als Asylbewerber untergekommen sind, fand die Polizei in dem Auto der Verdächtigen unter anderem Schmuck, Uhren und Broschen. Die Albaner wurden noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Gegen alle drei Männer erließ er Haftbefehle. Bereits am Donnerstag hatte der BDK nach einem ähnlichen Fall im Raum Flensburg die Ermittlungsbehörden kritisiert. Immer wieder würden Täter aus der Haft entlassen. Ursache sei Personalmangel bei den Behörden. Die Staatsanwaltschaft hatte diesen Vorwurf vehement zurückgewiesen: Oft sei es schwierig, einen dringenden Tatverdacht nachzuweisen - und dieser ist die Voraussetzung für Untersuchungshaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.01.2016 | 22:00 Uhr