Stand: 30.07.2017 12:47 Uhr

AKW Brokdorf darf wieder ans Netz

Das AKW in Brokdorf (Kreis Steinburg) darf nach Abschluss des jährlichen Brennelementwechsels und der Jahresrevision wieder in Betrieb gehen. Das teilte das Energiewendeministerium am Sonntag mit. Die Anlage war Anfang Februar 2017 vom Netz genommen worden. Die Revision dauerte statt geplanten drei Wochen mehr als fünf Monate - unter anderem, weil an einigen Brennstäben ungewöhnlich dicke Oxidschichten festgestellt worden waren und umfangreiche Untersuchungen notwendig wurden.

Reaktorkern wurde bereits neu beladen

Mitarbeiter des Atomkraftwerks Brokdorf hatten vergangene Woche das Wiederanfahren des Meilers vorbereitet. Laut Betreiber Preussen Elektra wurde die Anlage am Freitag aufgeheizt, der Reaktorkern war in den Tagen zuvor bereits wieder mit Brennstäben beladen worden. Laut Umweltminister Habeck hatte das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zu den problematischen Oxidschichten geführt - unter anderem ein immer häufigeres Hoch- und Runterfahren des Meilers. Daher werde der Betrieb des AKW Brokdorf nur noch mit gedrosselter Leistung genehmigt, so Habeck.

Atomkraftgegner fordern Stilllegung des AKW

Atomkraftgegnern reicht das nicht, sie demonstrierten am Samstagmittag in Brokdorf gegen das Wiederanfahren. Etwa 80 Menschen folgten laut Polizei dem Aufruf der Initiatoren Brokdorf-akut und Anti-Atomkraft Gruppe Dithmarschen. Die Demonstranten forderten unter anderem eine sofortige Stillegung des Meilers. Sie kritisierten, dass die Überprüfung der Rostschichtdicke ihrer Ansicht nach erheblich seltener erfolgt sein soll als in der Betriebsgenehmigung verlangt. Die Ursachen für die Rostbildung würden durch die Auflagen nicht behoben, so die Atomkraftgegner. Sie werfen Betreiber, Sachverständigen und Atomaufsicht Fahrlässigkeit vor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 30.07.2017 | 12:00 Uhr

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