Stand: 01.10.2013 10:18 Uhr

50 Jahre Fliegerstaffel in Fuhlendorf

Goldenes Jubiläum für die größte Fliegerstaffel der Bundespolizei: Die Einheit kann auf 50 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Sie war am 1. Oktober 1963 im Kreis Segeberg gegründet worden, damals noch mit Sitz in Hartenholm. Heute ist die Fliegerstaffel in Fuhlendorf stationiert. 21 Hubschrauber und 200 Mitarbeiter gehören mittlerweile zur Einheit, deren Arbeitsalltag sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert hat. 1963 sei mit zwei kleinen Hubschraubern und zehn Mitarbeitern vornehmlich die Grenze zur DDR abgeflogen worden, erklärt der stellvertretende Leiter der Staffel, Ingo Walter. "Das war es weitgehend."

Im Jahr 2013 ist das Aufgabenfeld viel größer: Rettungskräfte zu gekenterten Flüchtlingsbooten im Mittelmeer holen, Ölsünder in der Nordsee aufspüren oder die Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 bei Einsätzen im In- und Ausland unterstützen - all dies und weitere Aufgaben gehören heute zum Alltag der Einheit.

50 Jahre schnelle Hilfe aus der Luft

Der Norden als Haupteinsatzgebiet

Fünf Fliegerstaffeln hat die Bundespolizei, Heimatgebiet der Fuhlendorfer Einheit ist der norddeutsche Raum mit den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Neben dem Hauptstützpunkt gehören noch zwei weitere dazu: Das niedersächsische Gifhorn mit 60 Mitarbeitern und ein kleinerer Stützpunkt in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem unterhält die Fliegerstaffel vier Luftrettungszentren mit orangen-farbenen Rettungshubschraubern in Siblin (Kreis Plön), Hamburg, Hannover und Bielefeld. "Innerhalb von 10 bis maximal 15 Minuten muss jeder Ort in Deutschland mit einem Rettungshubschrauber erreichbar sein", erläutert Walter. "Und das haben wir uns mit dem ADAC, der Deutschen Rettungsflugwacht und anderen Hilfsorganisationen aufgeteilt."

Küstenschutz als Kernaufgabe

Eine der wichtigsten Aufgaben der Fliegerstaffel Fuhlendorf ist der Küstenschutz an Nord- und Ostsee. Jeden Tag steigen Hubschrauber auf zu stundenlangen Kontrollflügen in der bis zu 200 Seemeilen breiten deutschen Wirtschaftszone vor den Küsten. Durch den nahen Vorbeiflug können die Bundespolizisten Verschmutzungen im Fahrwasser der Schiffe feststellen. Bei Verdachtsfällen nehmen sie Wasserproben und machen Videoaufnahmen. Die Arbeit lohnt sich, berichtet Walter: "Die Zahl der Schiffe, die Öl oder sonstige Schadstoffe in Nord- und Ostsee verklappen, hat durch unsere hohe Präsenz massiv abgenommen. Früher hat es jährlich Fälle im zwei- bis dreistelligen Bereich gegeben, heute sind es im gleichen Zeitraum nur noch etwa eine Handvoll." Walter ist sicher: Das hochsensible Ökosystem von Nord- und Ostsee wird durch die Seeüberwachungsflüge nachhaltig geschützt.

EU-weite Einsätze

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Die Fliegerstaffel leistet EU-weit Unterstützung.

Die Fliegerstaffel ist auch an der Sicherung der EU-Außengrenzen gegen illegale Einwanderung beteiligt. Insgesamt 14 Einsätze gab es seit 2006 im Auftrag der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, vor allem im Bereich der sogenannten Balkan-Route und im Mittelmeer. "In erster Linie observieren wir die einschlägigen Seegebiete vor den Mittelmeerküsten, identifizieren Schmugglerschiffe und führen heimische Küstenwachboote heran", erläutert Walter. Sollten Flüchtlingsboote in Seenot geraten, leisten die Hubschrauber-Crews nach seinen Worten sofort Hilfeleistung.