Stand: 01.02.2017 17:12 Uhr

35 Cent pro Liter - Milchbauern fehlt weiter Geld

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Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will EU-Fördermittel für die Milchbauern, damit diese weniger Milch produzieren.

Nach der großen Milchkrise im vergangenen Jahr ist es ruhiger geworden um die Milchbauern in Schleswig-Holstein. Gelöst sind die finanziellen Probleme der Erzeuger allerdings noch lange nicht. Das wurde am Mittwoch auf dem Milchbauerntag in Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) noch einmal deutlich: 35 Cent je Kilo erzeugter Milch - so viel erhalten die Milchbauern aktuell. Das sei deutlich mehr, als noch im vergangenen Jahr, sagt Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Schleswig-Holstein. 2016 lag der Milchpreis zeitweise bei 19 Cent und weniger.

"Enorme Verluste" bei Milchbauern

Allerdings reichen auch die aktuellen Preise nach Ansicht von Wosnitza nicht aus, um die die Verluste decken zu können: "Es sind enorme Löcher auf den Milchviehbetrieben entstanden und die lassen sich mit einem Milchpreis von 35 Cent noch lange nicht stopfen." Durch die großen Umsatzeinbußen hätten im vergangen Jahr mehr als 400 Betriebe in Schleswig-Holstein schließen müssen, berichtet Wosnitza, die selbst Milchbäuerin ist.

Nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist es für die Bauern nicht möglich, mit einer größeren Produktion die Verluste aufzufangen. Deshalb forderte Habeck bei dem Treffen in Osterrönfeld, EU-Fördermittel so umzuschichten, dass es für Landwirte attraktiv wird, eine geringere Menge Milch zu produzieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.02.2017 | 12:00 Uhr

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