Stand: 28.02.2016 13:58 Uhr

Helgoland: So viele Robbenbabys wie nie zuvor

Ein "absoluter Rekord" - das ist die Bilanz, die Rolf Blädel auf Helgoland zieht. 317 Jungtiere seien in der aktuellen Saison gezählt worden, zählt der Kegelrobbenexperte. Die Zahlen des Vereins Jordsand zeigen: Im Vergleich zu vergangenem Jahr ist das eine Steigerung um 70 Robbenbabys.

Jungtiere ziehen viele Touristen an

Die Kegelrobben kommen in der Zeit zwischen November und Ende Februar zur Welt. Mit ihrem schneeweißen Fell und den großen, schwarzen Knopfaugen ziehen sie oft Schaulustige an. Das mache die Situation mit den Wildtieren manchmal etwas schwierig: "Die Robbenweibchen sind sehr aggressiv, um ihre Jungen zu schützen", weiß Blädel, doch "wenn wir die Menschen darüber aufklären, dann geht das auch." Es seien Aussichtsplattformen errichtet worden, um den Wintertouristen auf der Nordseeinsel einen Blick auf die Tierbabys zu ermöglichen - aber auch, um die Menschen von den Wildtieren fernzuhalten. Dafür gibt es noch einen anderen Trick: "Im Winter schütten wir die Durchgänge in den Dünen zum Strand zu", verrät der Experte.

Bis zur Badesaison sind die Robben weg

Zahl der Kegelrobben steigt

Früher galten die Kegelrobben als Konkurrenten der Fischer und wurden über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet. Seit dem Jagdverbot in den 70er-Jahren hat sich der Bestand im Wattenmeer erholt. Bei Zählungen im August 2015 kamen Experten vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat auf 4.521 Kegelrobben in Schleswig-Holstein, davon waren 829 Jungtiere. Weltweit gibt es nach Schätzungen 150.000 Kegelrobben.

Auch Blädel machte schon eine schmerzhafte Erfahrung mit den Kegelrobben, als er ein Jungtier von einer Straße retten wollte. "Das wollte die Robbe aber nicht", erinnert er sich, "und schon hatte sie mir ins Bein gebissen." Bis zum Beginn der Badesaison würden die Tiere sich aber ins Meer zurückziehen. "Die Muttertiere haben nach der Wurfsaison ein Viertel ihres Gewichtes verloren. Die haben dann richtig Hunger und gehen in der Nordsee auf Jagd." Die Jungtiere müssen sich vor ihrem ersten Ausflug in die See eine dicke Speckschicht anfüttern, um der Kälte standzuhalten. Das schaffen sie dank der fetthaltigen Muttermilch - und legen in nur drei bis vier Wochen ordentlich zu: Von ihrem Geburtsgewicht von 10 bis 14 Kilogramm Geburtsgewicht bringen sie dann rund 50 Kilo auf die Waage.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.02.2016 | 11:00 Uhr