Stand: 25.03.2016 17:00 Uhr

1.000 Gläubige folgen dem Lübecker Kreuzweg

1.000 Gläubige folgen in diesem Jahr dem Kreuz auf dem Lübecker Kreuzweg.

Gut 1.000 Gläubige haben sich nach Angaben der Organisatoren am Karfreitag in Lübeck zum ökumenischen Kreuzweg von St. Jakobi zum Jerusalemsberg versammelt. Seit 1994 beten und singen Christen aller Konfessionen hier gemeinsam. Sie versammeln sich hinter einem großen Holzkreuz und begehen zusammen den ältesten Kreuzweg Deutschlands. Er geht zurück auf den Lübecker Kaufmann Hinrich Konstin. Er verfügte 1482 in seinem Testament, dass dieser Weg angelegt werden soll, der den Maßen der Via Dolorosa in Jerusalem entspricht. Elf Jahre nach seinem Tod wurde der Lübecker Kreuzweg dann wirklich angelegt. Über den Lauf der Jahrhunderte verlor er an Bedeutung, bis er Mitte der 90er-Jahre wiederbelebt wurde.

Andachten an fünf Kreuzwegstationen

In diesem Jahr stand der Kreuzweg unter der Überschrift "Die Werke der Barmherigkeit". An fünf Stationen wurden kurze Andachten gehalten. In diesem Jahr von Bischöfin Kirsten Fehrs, Erzbischof Stefan Heße, dem früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm, Propst Franz Mecklenfeld, Pastor Lutz Jedeck, Pröpstin Petra Kallies, Dechant Joachim Kirchhoff sowie dem Flüchtlingsbeauftragten der Landesregierung und ehemaligen Kapitän der "Cap Anamur", Stefan Schmidt.

Raum für Trauer

Die evangelische Hamburg-Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs rief die Gesellschaft auf, der Trauer insbesondere nach den Brüsseler Anschlägen mehr Raum zu geben. Es brauche Orte, um erst einmal innezuhalten, zu weinen über so viele ausgelöschte Leben und Lebensgeschichten, sagte die Bischöfin. Zur Trauer gehöre aber auch die Wut, das Klagen und Schreien über die gemeinen Mörderbanden, so Fehrs. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße sagte in seiner Ansprache, Jesus sei das zentrale Bild der Barmherzigkeit.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.03.2016 | 15:00 Uhr