Stand: 30.10.2016 15:51 Uhr

Wenn plötzlich Löschschaum aus dem Wasserhahn kommt

Als Axel Döhe aus Nordhorn am Sonntagmorgen Kaffee kochen wollte, erlebte er eine äußerst unangenehme Überraschung. Denn aus dem Wasserhahn kam plötzlich jede Menge Schaum. "Das sah aus wie Spülmittel und war überhaupt nicht mehr genießbar", sagte er gegenüber Nord-West-Media TV. So wie Döhe dürfte es auch zahlreichen anderen Anwohnern im Stadtteil Bookholt gegangen sein, denn nach einem Feuerwehreinsatz war in der Nacht zu Sonntag Löschschaum ins Trinkwassernetz gelangt.  Rund 1.000 Anwohner wurden von der Feuerwehr aufgefordert, das Leitungswasser zunächst nicht zu verwenden. Betroffen waren die Spechtstraße, die Schwalbenstraße, die Pestalozzistraße (Hausnummern 76-139), die Meisenstraße, der Hüttenkamp (12-30), die Möwenstraße und die Schwanenstraße.

Trinkwassernetz wird durchgespült

Erst am Sonntagmittag gab es dann Entwarnung von den dazugerufenen Experten des Gesundheitsamts: Nachdem die Versorgungsbetriebe sämtliche Leitungen zu den betroffenen Haushalten durchgespült hatten, sollten die Anwohner alle Wasserhähne in ihren Wohnungen mindestens eine halbe Stunde lang voll aufdrehen. Danach könne das Trinkwasser wieder ohne Bedenken wieder verwendet werden, teilte die Feuwehr mit. Wer die Kosten dafür übernimmt, ist nicht geklärt. Ein Sprecher der Versorgungsbetriebe sagte, zunächst ginge es um die Gesundheit der Menschen.

Feuerwehr sucht nach Erklärungen

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Die Feuerwehr rätselt derzeit noch, wie der Löschschaum ins Trinkwasser gelangen konnte.

Warum der Löschschaum in das Trinkwassernetz gelangen konnte, ist derzeit noch völlig unklar. "Wir sind darüber selbst sehr verwundert", sagte ein Feuwehrsprecher gegenüber NDR.de. "Bei fast jedem Einsatz setzen wir Schaummittel ein und bisher ist so etwas noch nie vorgekommen." Eine Möglichkeit sei, dass der Schaum über einen Hydranten ins Leitungsnetz gedrückt worden sei. "Erklären können wir uns das allerdings nicht", so der Sprecher. "Wir weden dem aber selbstverständlich nachgehen."

Carport-Brand als Auslöser

Die Verunreinigungen entstanden bei Löscharbeiten nach einem Brand in der Pestalozzistraße. Dort war gegen 3 Uhr ein hölzener Carport, auf dem sich eine Photovoltaikanlage befand, in Flammen aufgegangen. Nach ersten Schätzungen entstand dabei ein Schaden von rund 25.000 Euro.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 30.10.2016 | 19:30 Uhr